Donnerstag, 20. Juli 2017

[Buchrezension] Der Biograf von Brooklyn - Boris Fishman

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Leseprobe


"Eine herrliche Schelmengeschichte: Ein junger Journalist erfindet die Vergangenheit seiner jüdischen Familie neu

Den Journalisten Slava Gelman aus Manhattan und seine aus der Sowjetunion nach Brooklyn emigrierte, schrullige Familie trennen nur ein paar U-Bahn-Stationen – und doch Welten. Nun ist Slavas geliebte Großmutter Sofia gestorben, gleichzeitig trifft ein Brief der „Konferenz für jüdische Schadensersatzansprüche gegen Deutschland“ ein. Ob Sofia eine Vergangenheit zu erzählen hat, die eine Entschädigung rechtfertigt? Slavas Großvater wittert eine Gelegenheit. Auch wenn Sofias Schicksal nicht den strengen Anforderungen für eine solche Zahlung entspricht: Ist sein Enkel nicht Schriftsteller? Schriftsteller schreiben doch Geschichten. So wird Slava unfreiwillig und zögerlich zum Biografen seiner Familie. Wenig später kann er sich vor Aufträgen aus der Nachbarschaft kaum retten – bis die ganze Sache aufzufliegen droht ...

Der Biograf von Brooklyn ist ein berührender und komischer Debütroman, der auf Fragen nach Gerechtigkeit, Familie und Gedenken überraschende und nachhallende Antworten findet."
Quelle


"Kurz nach fünf klingelte das Telefon."

Das Cover gefällt mir wirklich sehr gut. Zwar erinnert diese Art der Darstellung immer ein wenig aus Erpresserbriefen aus Sitcoms, aber ich finde die Idee, den Titel so zu präsentieren, echt lustig. Und es passt auch irgendwie zu dem, was der Protagonist macht.
Weiterhin positiv finde ich das ansonsten eher schlichte Cover - zumindest was die Schutzhülle angeht. Nimmt man diese nämlich ab, strahlt einem Giftgrün entgegen. Nicht unbedingt meine Lieblingsfarbe, sieht aber dennoch echt cool aus.
Der Titel passt ebenfalls wie die Faust aufs Auge.

Ja, also eigentlich sind solche Bücher nicht so mein Genre, aber der Klappentext klingt ganz interessant, also hab ich es mal gelesen, in der Hoffnung auf eine lustige Geschichte. 

Der Protagonist ist sympathisch und man kann sich gut in ihn hineinversetzten, selbst wenn man keine Ahnung von Russen und ihren Angelegenheiten hat. Meine weißrussische Freundin (hallo) hat sich das Buch von mir ausgeliehen, und sie hat mir hinterher gesagt, dass sie es sehr lustig fand. Sie habe vieles wiedererkannt, was sie selbst schon erlebt hat, der Autor scheint also tatsächlich aus Erfahrung zu sprechen. 

Wie gesagt, ich kann das nicht wirklich beurteilen, aber wenn sie das so sagt, dann wird das wohl stimmen. 
Was ich jedoch sagen kann, ist, dass die Charaktere alle sehr lebhaft und sympathisch sind, was dazu beiträgt, dass sich das Buch sehr leicht lesen lässt. 

Dazu ist es wirklich humorvoll geschrieben, meine Hoffnung, ein lustiges Buch zu lesen, hat sich also erfüllt. 

Hin und wieder jedoch kamen dann einige Witze auf, die ich leider nicht verstanden habe, höchstwahrscheinlich liegt das an der anderen Kultur. Das heißt nicht, dass ich nicht trotzdem Spaß hatte, aber manchmal hatte ich das Gefühl etwas zu verpassen. Das Buch ist für "Outsider" so eventuell teilweise etwas langweilig, vermutlich macht es mehr Spaß, wenn man diese Situationen selber kennt, wie meine Freundin. 

Dennoch, wie gesagt, kann man auch als jemand, der solche Dinge noch nie erlebt hat, durchaus Spaß haben, was vor allem an dem schönen, leichten Schreibstil des Autors liegt, aber eben auch an dem humorvollen Protagonisten. Eben eine leichte Lektüre für zwischendurch. 

"Der Biograf von Brooklyn" findet einen wirklich schönen Abschluss.

Kurzum: Beim Lesen kann man zwischendurch eindeutig mal ganz gut lachen, noch besser wahrscheinlich sogar, wenn man die Situationen richtig nachvollziehen kann. Schöner Schreibstil, tolle Charaktere und guter Wortwitz machen "Der Biograf von Brooklyn" zu einem netten Buch für zwischendurch.
3,5/5 Lesehasen.

"Boris Fishman wurde 1979 in Minsk geboren und kam mit neun Jahren nach Amerika. Er lebt in New York und ist Redaktionsmitglied des New Yorker. Seine journalistische Arbeit erschien unter anderem in The New York Times Book Review, London Review of Books, The Wall Street Journal, The Guardian und The New Republic. Mit Wodka Kalaschnikow gab er bereits eine Kurzgeschichtensammlung heraus, Der Biograf von Brooklyn ist sein erster Roman, für den er mit dem VCU Cabell First Novelist Award und der American Library Association's Sophie Brody Medal ausgezeichnet wurde."


Vielen lieben Dank an
für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! ♥


GLG ♥♥♥

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