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Freitag, 23. Dezember 2022

Nur für Piratenfans mit viel Geduld – Rezension zu „Jack Bannister: Herr der Karibik“ von Mac P. Lorne


Werbung/ Rezensionsexemplar

Titel: Jack Bannister: Herr der Karibik
Reihe: Einzelband
Autor: Mac P. Lorne
Genre: Historischer Roman
Verlag: Knaur
Preis: € 17,99 Paperback; € 14,99 ebook
Erschienen am: 01.12.2022
Seitenzahl: 624

Leseempfehlung? Nur an die Piratenfans unter euch, die eventuell auch über etwas mehr Geduld verfügen.
 
 

"Vom Kapitän eines Handelsschiffs zum legendären Piraten: Setzen Sie Segel mit Jack Bannister!

In seinem opulenten historischen Abenteuerroman »Jack Bannister – Herr der Karibik« lässt Mac P. Lorne das goldene Zeitalter der Piraterie im 17. Jahrhundert lebendig werden.

In höchster Not übernimmt der Erste Offizier Jack Bannister das Kommando, als sein Handelsschiff auf der Heimreise aus der Karibik von Piraten angegriffen wird. Im buchstäblich letzten Moment gelingt es ihm, die Freibeuter abzuwehren.

Zurück in London, ernennt ihn die Royal African Company zum Kapitän der Golden Fleece, einer neuen, schwer bewaffneten Galeone. Jack ahnt nicht, dass er die Beförderung vor allem den Affären seiner jungen Frau verdankt. Als er auf einem frivolen Maskenball Zeuge ihres Verrats wird, sagt Jack nicht nur der mächtigen Company den Kampf an, sondern auch dem Königshaus der Stuarts und der als unbesiegbar geltenden Royal Navy.

Mit filmreifen Bildern und exakter Recherche entführt Mac P. Lorne in die Karibik, wo Piraten wie Jack Bannister im 17. Jahrhundert den Mythos von Freiheit und Abenteuer erschufen, den wir bis heute lieben.

Entdecken Sie auch Mac P. Lornes historischen Abenteuerroman »Der Pirat«, mit dem er dem legendären Sir Francis Drake ein Denkmal setzt."

Freitag, 25. Februar 2022

Mitreißender historischer Roman mit eindrucksvoller Protagonistin – Rezension zu „Das verschlossene Zimmer“ von Rachel Givney

Werbung/ Rezensionsexemplar

Titel: Das verschlossene Zimmer
Reihe: Einzelband
Autorin: Rachel Givney
Genre: Historischer Roman
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: € 22,00 Hardcover; € 19,99 ebook
Erschienen am: 25.02.2022
Seitenzahl: 544

Leseempfehlung? Ja, vor allem, wenn ihr gerne Historisches lest oder einen Einstieg in das Genre sucht!
 
 

"Wie viele Geheimnisse erträgt eine Familie?

Krakau, im Frühjahr 1939. Alle Zeichen stehen auf Krieg, denn das Deutsche Reich treibt seine Angriffspläne auf Polen unbarmherzig voran. Die junge Marie aber beschäftigen ganz anderen Fragen: Wer ist ihre Mutter? Warum verschwand sie, als Marie ein Kleinkind war? Und warum verweigert ihr Vater, ein renommierter Arzt, jedes Gespräch über sie? Als sie die Ungewissheit nicht mehr aushält, entschließt Marie sich zu einem drastischen Schritt.
Marie zog eine Haarnadel aus ihrem blonden Haar. Bisher verfügte sie über keinerlei Erfahrungen als Einbrecherin, doch Olaf, ein ortsansässiger Tunichtgut, der zusammen mit ihr in der Straßenbahn zur Schule fuhr, hatte sich ihr gegenüber in dieser Woche damit gebrüstet, dass es ein Leichtes sei, ein Schloss mit einem schmalen Metallstück aufzubrechen. "Einfach nur reinschieben und ein bisschen hin und her ruckeln", hatte er geprahlt.
Marie musterte den Messingdraht und lächelte. In der Regel sahen die Leute in einer Haarnadel nur ein Accessoire, mit dem man seine Frisur bändigen konnte. Marie sah darin etwas anderes – einen Schlüssel.
Als Marie das Zimmer ihres Vaters aufbricht und durchsucht, riskiert sie, dadurch sein Vertrauen zu verspielen. Doch sie hat keine andere Wahl: Sie muss wissen, was aus ihrer Mutter wurde ...
Rachel Givney erzählt eindrucksvoll davon, was eine Familie ausmacht. Ein Roman, der zutiefst bewegt und nachhallt."

Sonntag, 8. August 2021

Anstrengender Schreibstil und nur wenig Spannung – Rezension zu „Die Seherin von Troja“ von Jo Graham


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Titel: Die Seherin von Troja
Reihe: Einzelband
Autorin: Jo Graham
Genre: Historischer Roman
Verlag: Goldmann
Preis: € 13,00 Paperback; € 9,99 ebook
Erschienen am: 19.07.2021
Seitenzahl: 560

Leseempfehlung? Eher nicht... Wenn, dann auch nur, wenn man Vergils Aeneis kennt
 
 
 

"Mit sieben Jahren kommt Möwe, Tochter einer trojanischen Sklavin, in die Obhut der Priesterin Pythia. Diese erkennt die Gabe ihres Schützlings, ihr einst als Orakel nachzufolgen. Von nun an ist Möwe dazu ausersehen, Könige zu beraten und der Herrin der Toten zu dienen. Nach dem Tod der Priesterin wird aus Möwe, der Seherin mit den außergewöhnlichen Fähigkeiten, die neue Pythia. Als sie neun schwarze Schiffe erblickt, die auf Pylos zuhalten, nimmt ihr Leben eine dramatische Wende: Es sind der trojanische Prinz Äneas und die letzten überlebenden Männer von Troja, die die entführten Frauen ihres Volkes retten wollen. Pythia schließt sich ihnen an, denn nur sie kann das Schicksal ihres Volkes voraussagen …"

Dienstag, 5. Mai 2020

[Buchrezension] Purpurnacht - Tanya Carpenter




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Titel: Purpurnacht
Reihe: Einzelband
Autorin: Tanya Carpenter
Genre: Historische Fiktion
Verlag: Edel Elements
Ich kann das Buch nicht mehr auf der Verlagsseite finden??
Preis: € 5,99 ebook
Erschienen am: 13.03.2020
Seitenzahl: 358


Leseempfehlung? Wenn man keine historischen Bezüge erwartet, warum nicht?


"Angelique Renier blickt einer gesicherten und glücklichen Zukunft entgegen. Der jüngste Sohn des Comte de Frené will um ihre Hand anhalten. Doch dann wird sie ausgerechnet von dem Bruder ihres Bräutigams vergewaltigt und als Hexe denunziert. Ihr bleibt nur die Flucht, und das Schicksal hält noch viele weitere Prüfungen für sie bereit."
Quelle

Samstag, 21. März 2020

[Buchrezension] Das wilde Herz des Westens - Alexandra Fischer



Werbung/ Rezensionsexemplar/ Leserunde

Titel: Das wilde Herz des Westens
Reihe: Einzelband
Genre: Historische Fiktion
Preis: € 4,99 ebook
Erschienen am: 20.02.2020
Seitenzahl: 471

Leseempfehlung? Ja





"Zwei Frauen, eine Reise und der Traum vom großen Glück Der neue historische Roman über die Mail Order Brides des Wilden Westens Baltimore, 1865: Seit ihrer Kindheit träumt die junge Phoebe Ann Harrington davon, einen Cowboy zu heiraten. Mit dem Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs sieht sie endlich ihre Chance gekommen und antwortet auf eine Heiratsannonce. Phoebe ist davon überzeugt, ihr großes Glück gefunden zu haben und überredet ihre Freundin Briana Magee sie nach Missouri zu begeleiten. Doch Phoebes zukünftiger Ehemann Silas Kennedy und sein Bruder Jesse sind nicht das, wofür sie sich ausgeben und plötzlich beginnt eine Reise, die alle Beteiligten an ihre Grenzen bringt. Denn nicht nur die Kennedy-Brüder haben etwas zu verbergen, sondern auch Phoebes Freundin Briana hütet ein Geheimnis, das alle in Gefahr bringt …"
Quelle

Mittwoch, 2. Dezember 2015

[Buchrezension] Winterpferde - Philip Kerr

 
Hier bestellen!



"Es ist ein eisiger Winter 1941 auf Askania-Nowa, wo sich das jüdische Mädchen Kalinka versteckt hält. Hier in dem alten Naturreservat leben auch die seltenen Przewalski-Pferde. Sie scheinen zu spüren, dass Kalinka eine von ihnen ist – denn wie Kalinka sind sie in großer Gefahr vor den Nazis, die Askania-Nowa besetzen.

Mit Hilfe des treuen Tierwärters Max flieht Kalinka mit zwei Pferden und einem Wolfshund Hunderte von Kilometern über die weiße Steppe der Ukraine. Doch können ein Mädchen und drei Tiere der Übermacht der Deutschen entkommen?

Spannend und stimmungsvoll erzählt Philip Kerr von der Flucht im ukrainischen Winter – aber auch davon, wie die Liebe zu den Pferden das erstarrte Herz eines einsamen Mädchens mitten im Krieg zu erwärmen vermag."

Sonntag, 31. Mai 2015

[Buchrezension] Die Magie der kleinen Dinge - Jessie Burton

Originaltitel: The Miniaturist
Seiten: 480
Genre: Historischer Roman
Teil einer Reihe? Nein.
ISBN: 978-3-8090-2647-1
Preis: €19,99
Verlag: Limes

Erster Satz:

Eigentlich hätte die Beerdigung in aller Stille stattfinden sollen, denn die Verstorbene hatte keine Freunde.

Inhalt:

Wenn der Schein trügt, muss man zweimal hinsehen

Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur das Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt – und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen – und Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden …

Aufmachung:

Das Cover gefällt mir doch schon recht gut. Ich habe mir Nella so in etwa vorgestellt wie die Frau, die dort zu sehen ist und man sieht ein Zimmer des Puppenhauses, das im Buch doch schon eine relativ große Rolle spielt.
Den deutschen Titel finde ich ebenso gelungen wie den OT.
Das Buch ist in insgesamt fünf Teile geteilt, von denen jeder mit einem Bibelzitat beginnt.
Im Anhang finden sich Erklärungen zu einigen holländischen Begriffen, die das Verständnis erleichtern, sowie eine Übersicht über das Durchschnittseinkommen einiger sozialen Gruppen im Holland des 17. Jahrhunderts und das Durchschnittsauskommen eines Holländers zu der Zeit.
Mit dem Lesebändchen dazu ist das Buch also recht hochwertig und hübsch gestaltet.
(LESEBÄNDCHEEEN!!! :D)

Meine Meinung:

Auch dieses Buch hat einen vielversprechenden Klappentext, der mich jedoch wieder enttäuscht hat.
Ich war gespannt auf die Geheimnisse der Brandts und wollte wissen, was es mit der Miniaturistin auf sich hat. "Die Magie der kleinen Dinge" erschien mir wie ein spannender historischer Roman, auf den ich mich dann natürlich auch dementsprechend gefreut habe.
Tja, leider hat Burton all das nicht so umgesetzt, wie ich es mir erhofft hatte.
Die Geheimnisse der Brandt sind gar nicht so geheimnisvoll, wie sie zuerst den Anschein haben, bereits nach den ersten hundert Seiten hatte ich eine Ahnung, was die Familie verbirgt. Und als es dann auch wirklich so war, war ich nicht sonderlich überrascht, da es ja doch sehr offensichtlich war.
Allerdings ist das nicht das einzige, das ich erraten konnte und so wurde das Buch, von dem ich mir anfangs so viel versprochen habe, doch sehr schnell ziemlich langweilig.
Dazu kommt dann noch, dass Burtons Schreibstil doch sehr schwerfällig ist. Zwar ist mir klar, dass sie sich an die Zeit anpassen muss, allerdings hat die Autorin das dann doch sehr holperig umgesetzt, was den Lesefluss natürlich zusätzlich noch erschwerte.
Ebenfalls negativ fällt die Protagonistin auf: Sie - und auch alle anderen Charaktere - ist sehr oberflächlich gehalten, weshalb der Leser keine richtige Beziehung zu ihr aufbauen kann und nicht wirklich warm mit ihr wird.
Vielleicht liegt das aber auch daran, dass sie - besonders zu Anfang - noch sehr naiv und kindlich ist. Dann entwickelt sie sich jedoch weiter und man merkt schon, dass sie am Ende über sich hinaus gewachsen ist. Das ist ein Pluspunkt.
Ebenso hat mir gut gefallen, wie Burton die Situationen der verschiedenen sozialen und gesellschaftlichen Gruppen - Reiche, Arme, Diener, Dunkelhäutige, Homosexuelle - dargestellt hat. Man erkennt, welchen großen Einfluss die Kirche zu der Zeit in Amsterdam gehabt haben mochte - weshalb ich die oben erwähnten Bibelzitate auch passend fand - und kann sich die Gegebenheiten dort sehr gut vorstellen.

Fazit:

Ein Buch, das viel verspricht, jedoch nicht besonders gut halten kann.
Positiv anzumerken sind die Entwicklungen der Charaktere sowie die Darstellungen seitens der Autorin, wie es gewesen sein muss, zu der Zeit gelebt zu haben.
Allerdings fehlt es hier eindeutig an ein wenig Spannung, was zum Teil an der prägnanten Vorhersehbarkeit des Plots, zum Teil aber auch an der Protagonistin liegt. Außerdem lässt sich Burtons Schreibstil nur schwer lesen, ist also nichts für zwischendurch.
3/5 Lesehasen.


Über die Autorin:

(c) Alexander James

Jessie Burton, geboren 1982, studierte an der Oxford University sowie an der Central School of Speech and Drama. Sie arbeitet unter anderem als Schauspielerin und lebt in London. Mit ihrem Debütroman "Die Magie der kleinen Dinge" begeisterte sie Verlage in aller Welt – die Rechte wurden in 32 Länder verkauft. In ihrer Heimat England eroberte sie sofort die Bestsellerliste und wurde von der Presse hochgelobt.



Vielen lieben Dank an

für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! ♥


GLG


Sonntag, 12. April 2015

[Buchrezension] Das Herz von Libertalia - Anna Kuschnarowa

Seiten: 461
Genre: Historischer Roman
Teil einer Reihe? Nein.
ISBN: 9783407811875
Preis: € 17,95
Verlag: Beltz & Gelberg

Lieblingszitate:

[...] es fällt schwer, die Menschen nicht grundsätzlich zu hassen, wenn man sieht mit welcher Begeisterung sie andere quälen und töten und sich dabei auch noch auf Gott berufen. (S. 130)
Manchmal sind Worte die schärfsten Waffen, die wir haben. Präziser und tödlicher als so manche Klinge aus Damaszenerstahl. (S. 142)

Erster Satz:

"Euer Mahl, Majestät", sagt Finch und wirft mir einen Kanten Brot vor die Füße, und den Napf mit dem brackigen Wasser stellt er daneben. 

Inhalt:

Ein fulminanter historischer Roman – von der Sehnsucht nach grenzenloser Freiheit. Wortgewaltig, lebendig, unwiderstehlich.

Irland, um 1700: Anne Bonny kommt als uneheliches Kind zur Welt und wird von ihrem Vater als Junge aufgezogen. Die Männerkleider verschaffen ihr Vorteile, aber Anne will sie selbst sein. Als junge Frau gilt sie als die »verlockendste und herausforderndste Schöne« von ganz Charles Towne. Doch »irgendeinen dieser gelackten Affen heiraten«? Nie im Leben! Zu groß ist Annes Hunger nach Freiheit, zu stark ihr Traum vom wilden Leben im sagenhaften Piratenreich »Libertalia«. Annes Herz entflammt für den Piratenkapitän James Bonny – sie brennt mit ihm durch und geht auf wüste Kaperfahrt durch die Karibik ...

Aufmachung:

Das Buch ist im schlichten Grau gehalten und auch auf dem Cover ist außer eines Piratenschiffs und der Schrift nicht viel zu sehen. Das Schiff glänzt Gold und es gehen Linien von ihm aus, die den Blick sofort auf sich ziehen. Auch sieht es so aus, als würde das Schiff auf den Betrachter zufahren. 
Mir gefällt das Cover trotz der schlichten Aufmachung sehr. Man sieht sofort, dass es sich um Piraten handeln muss. 

Meine Meinung:

Das Herz von Libertalia ist ein richtig toller historischer Roman, bei dem man jedoch gar nicht merkt, dass viele der Figuren wirklich existiert haben. 
Man geht mit Anne auf eine rasante Reise auf der Suche nach "Libertalia" und befindet sich plötzlich in einem richtigen Piratenabenteuer.
Anne selber ist eine wirklich starke Protagonistin. Sie setzt sich in einer Welt, die von Männern regiert wird durch und lässt sich nichts sagen, obwohl sie damit in der Gesellschaft aneckt. 
Wenn ihr etwas nicht gefällt, kämpft sie und wehrt sich dagegen. Anne jammert nicht, sondern handelt, was ihr an einigen Stellen auch so manches Problem beschert. Dann steht sie allerdings auch zu ihren falschen Entscheidungen und versucht, sie wieder gut zu machen. 
Das macht sie beim Leser sehr sympathisch. Wer hat schließlich nicht gern eine starke Protagonistin, die den Mund aufmacht, wenn es nötig ist und kämpfen kann, dennoch auch ihre weichen Seiten hat?
Das große Thema dieses Buches ist die Suche nach Freiheit bzw. "Libertalia". Das setzt die Autorin so wahnsinnig gut um, dass man sich, sobald man angefangen hat, im Buch verliert und sich teilweise sogar selbst wie ein Pirat fühlt.
Das Herz von Libertalia beginnt 20 Jahre nach dem eigentlichen Beginn der Geschichte und man fragt sich: Was ist passiert? Wie kommt Anne hier hin? Wie geht es aus?
Durch Annes Erzählung ihrer eigenen Lebensgeschichte kann man sich als Leser gut in sie hineinversetzen und wird, wie schon gesagt, ins Geschehen gezogen.
Dabei kommt die Spannung nicht zu kurz; durch die vielen Fragen, die man sich zu Beginn stellt, 
fängt es bereits besonders rasant an. 
Vereinzelte kleinere Höhepunkte halten dies über das ganze Buch hin, wobei die Geschichte bis zur letzten Seite stets unvorhersehbar bleibt.
Im Anhang weist die Autorin noch darauf hin, dass, wie ich zu Anfang schon erwähnt habe, viele der Figuren wirklich existiert haben, bspw. die Protagonistin, deren Ende unbekannt ist, was ich besonders interessant finde. Auch Mary Read und Calico Jack Rackham hat es gegeben und "Libertalia" wird ebenfalls erwähnt.
Dieser Wahrheitsgehalt macht die Geschichte im Rückblick nochmals spannender.
Ich persönlich finde auch, dass Das Herz von Libertalia viele besonders schöne Textstellen hat. Am liebsten hätte ich die allesamt oben aufgeschrieben, aber ich habe (nach seeehr langer Überlegung) mal nur meine zwei Lieblingszitate ausgewählt. Allein wegen dieser Textstellen ist es das schon wert, das Buch zu lesen! :D

Fazit:

Ein supertolles Buch über ein Piratenabenteuer auf der Suche nach Freiheit, das mit einer megasympathischen Protagonistin - die es wirklich gegeben hat -, Spannung und vielen tollen Textstellen punktet.
Für jeden, der Piraten mag und gerne träumt ein absolutes Must-Read!
5/5 Lesehasen.

Über die Autorin:

Anna Kuschnarowa studierte Ägyptologie, Germanistik und Prähistorische Archäologie in Leipzig, Halle/Saale und Bremen und unterrichtete zehn Jahre an mehreren deutschen Hochschulen. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt gender-Themen. Sie arbeitet als freie Autorin und Fotografin und gründete 2011 die Seschat Fernschule für Ägyptologie. In ihrer Freizeit reist sie so weit weg wie möglich und so oft sie kann.



Vielen lieben Dank an

für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! ♥


GLG

Sonntag, 5. April 2015

[Buchrezension] Berlin Feuerland - Titus Müller

Seiten: 480
Genre: historischer Roman
Teil einer Reihe? Nein.
ISBN: 978-3-89667-503-3
Preis: € 19,99

Verlag: Blessing

Lieblingszitate:

Jetzt versichert man schon Menschenleben, [...], ich fass es nicht! Wie kann man glauben, den Wert eines Menschenlebens berechnen zu können? (S. 121, Walter Unterhag)
 Dass die reichen Leute Sie zueinander sagten, war ihm seit je her vorgekommen, als wollten sie sich gegenseitig darin bestätigen, wie wichtig und ehrenhaft sie waren. (S. 142, Hannes Böhm)

Erster Satz:

Der Gefangene, ein dickleibiger Mann mit hängendem Augenlid, sah stur auf den Weg.

Inhalt:

Zwischen Schloss und Barrikaden: eine Geschichte voller Liebe und Abenteuer, minutiös recherchiert, packend und atmosphärisch dicht erzählt

Hannes Böhm lebt in dem Industrieviertel, das die Berliner Feuerland nennen, weil hier die Schornsteine der Industrie qualmen. Als eine Art selbst ernannter Fremdenführer verdient er sich ein kleines Zubrot, indem er neugierigen Bürgern die Armut und die Not in den Hinterhäusern zeigt. Bei einer solchen Gelegenheit lernt er Alice kennen, die als Tochter des Kastellans im Berliner Stadtschloss wohnt, der Frühlingsresidenz des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. Alice ist schockiert über das Ausmaß der Verelendung – und zugleich tief beeindruckt von Hannes, der voller Ehrgeiz und Fantasie zu sein scheint.

Doch als die Märzunruhen 1848 ausbrechen, als sich der Konflikt zwischen dem preußischen König und den Aufständischen zuspitzt und gemäßigte Kräfte nur schwer Gehör finden, scheint es für die Gefühle, die Hannes und Alice füreinander entwickeln, keine Zukunft mehr zu geben.
Quelle: http://www.randomhouse.de/Buch/Berlin-Feuerland-Roman-eines-Aufstands/Titus-Mueller/e439952.rhd

Aufmachung:

Das Cover finde ich für einen historischen Roman in Ordnung. Mir gefällt es, wie man in der Spiegelung des Fensters Teile einer Barrikade sehen kann. Da die Frau rechts, die aus dem Fenster schaut, aufgrund ihres Aussehens wohlhabender zu sein scheint, wirkt es so, als seien die Reicheren durch eine Scheibe von den Problemen der Ärmeren abgetrennt bzw. nur außen vor. Ich denke mal, die Frau soll Alice darstellen, weshalb man die "Trennwand" auch zwischen ihr und Hannes, der ja im armen Viertel zuhause ist, sehen kann. 
Daher passt das Cover meiner Meinung nach ganz gut zum Inhalt. 
Was mir an der Aufmachung ebenfalls gut gefällt, sind die bedruckten Vorsätze; der eine zeigt eine Zeichnung einer Lokomotiv-Fabrik vom Oranienburger Tor Mitte des 19. Jahrhunderts, der andere das Schloss (denke ich mal). Die Zeichnungen sind sehr hübsch und helfen einem dabei, sich die wichtigsten Orte vorzustellen, wenn man sie nicht kennt.

Meine Meinung:

Berlin Feuerland ist mein erster historischer Roman, von daher hatte ich keine Vorstellung davon, was mich erwartet. Eigentlich dachte ich immer, historische Romane wären nicht so spannend, weil das ja alles wirklich schon passiert ist und man so keine wirkliche "Vorstellungsfreiheit" mehr hat. Außerdem dachte ich irgendwie immer, historische Romane wären trocken und langweilig erzählt. Was mich dazu verleitet hat, weiß ich nicht, denn ich lag völlig daneben, zumindest, was dieses Buch angeht.
Zum Einen ist Müllers Schreibstil alles andere als trocken, im Gegenteil. Durch seine packende Darstellung des Aufstandes hatte ich mehr als einmal das Gefühl, im Geschehen wirklich dabei zu sein. Während des Lesens hat meine Schwester mich einmal angesprochen, aber ich habe zuerst gar nicht realisiert, dass sie mit mir redet, weil ich so gefangen in dem Roman war. 
Die Sprache ist (logischerweise) leicht veraltert, besonders wenn aus der Sicht der wohlhabenderen Bevölkerung geschrieben wurde, jedoch keineswegs so, dass man beim Lesen Schwierigkeiten hätte. Berlin Feuerland liest sich sehr leicht und die Sprechweise der Menschen, die der jeweiligen Schicht angepasst ist - also die Reicheren sprechen etwas hochgestochener, die Ärmeren hingegen oftmals sogar Berlinerisch, also eher umgangssprachlich; die Reichen Siezen sich, die Armen Duzen einander -, verleiht dem Ganzen noch zusätzlich Authentizität.
Allgemein mangelt es dem Buch nicht an Authentizität, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass historische Figuren, wie Julius von Minutoli oder Ernst von Pfuel ebenfalls zu den Protagonisten zählen. Die glaubwürdige Darstellung dieser Figuren oder bspw. auch des Schlosses geben dem Leser einen Einblick, wie es früher gewesen sein könnte oder vielleicht sogar gewesen ist. So hat man, wie schon erwähnt, oftmals das Gefühl, wirklich dabei zu sein, und vergisst gerne mal seine Umwelt (oder sogar die eigene Schwester xD).
Nicht zuletzt ist natürlich auch der hohe Spannungsbogen, der mithilfe der beiden Protagonisten Hannes und Alice erzeugt wird, Grund dafür, weshalb man sich nur schlecht von Berlin Feuerland abwenden kann.
Sowohl Hannes als auch Alice sind beides sympathische und authentische Figuren, in die man sich leicht hineinversetzen kann. Im Gegensatz zu Hannes ist Alice jedoch - besonders zu Anfang - ein bisschen naiv was ihren ehemaligen Freund, Victor, betrifft. Als Leser merkt man, wie unsympathisch dieser eigentlich ist, und möchte Alice am liebsten schütteln, weil sie das nicht selber bemerkt, obwohl es ihr quasi jeder sagt. Vor allem stört einen das jedoch, weil man unbedingt möchte, dass sie über ihren Schatten springt und zu Hannes geht, weil die beiden wie füreinander geschaffen scheinen.
Dieser ist nämlich, anders als Victor, ein loyaler Mann, dem das Wohl anderer Menschen wichtiger ist als sein eigenes. Außerdem ist Hannes klug und will etwas aus sich machen, was ihn sympathisch macht.
Weil sowohl Hannes als auch Alice immer wieder vor schwierige Aufgaben gestellt werden, und man als Leser natürlich möchte, dass seine Helden ihr Glück finden, ist man nicht selten der Verzweiflung nahe und nur schwer vom Buch weg zu bekommen.
Dabei hat man nie eine Ahnung was als nächstes passiert (jetzt mal von der Revolution natürlich abgesehen), was zusätzlich die Spannung hält. 
Zuletzt hat mir noch gut gefallen, dass am Ende im Anhang der ganze historische Kontext - sowohl was die Schauplätze und die Figuren als auch die Revolution selber betrifft - noch einmal erklärt wird. So erscheint das Buch im Rückblick noch einmal realistischer, z. B. was die Führungen durch Armenvierteln, die es wirklich gegeben hat, wie der Autor an einigen Beispielen veranschaulicht, angeht. 
Deshalb muss an der Stelle einmal die hervorragende Recherchearbeit des Autors gelobt werden, die zu einem wirklich authentischen Roman geführt hat!

Fazit:

Ein sehr packender Roman, der mir gezeigt hat, dass historische Romane alles andere als trocken und langweilig sind. Die Märzrevolution ist mithilfe von authentischen fiktiven und realen Charakteren spannend und anschaulich dargestellt worden.
Bestimmt lese ich jetzt mehr historische Romane! ^^
Eigentlich ist Geschichte ja auch mein Lieblingsfach... :D
5/5 Osterlesehasen.

Buchtrailer:


Über den Autor:

(c) Sandra Weniger
Titus Müller, geboren 1977 in Leipzig, studierte in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaft und Publizistik. 1998 gründete er die Literaturzeitschrift "Federwelt". 2002 veröffentlichte er, 24 Jahre jung, seinen ersten Roman: "Der Kalligraph des Bischofs". Es folgten weitere historische Romane wie "Die Brillenmacherin" (2005). Titus Müller wurde mit dem C. S. Lewis-Preis und dem Sir Walter Scott-Preis ausgezeichnet. 2011 erschien im Blessing Verlag sein Roman über den Untergang der Titanic: "Tanz unter Sternen". Für den Roman "Nachtauge" (Blessing, 2013) wurde Titus Müller 2014 im Rahmen einer Histo-Couch-Umfrage zum Histo-König des Jahres gewählt.



GLG und frohe Ostern wünscht