Dienstag, 17. März 2020

[Buchrezension] Angels deserve to die - Mika D. Mon (Narbenschwester)


Werbung/ Rezensionsexemplar/ Leserunde

Titel: Angels deserve to die
Reihe: Narbenschwester; Spin-Off zur Narbensohn-Reihe
Autorinnen: Mika D. Mon
Genre: Dark Romance
Verlag: selfpublished
Preis: 13,90 € Taschenbuch; 2,99 € ebook
Erschienen am: 2020
Seitenzahl: 435
Leseempfehlung? Auf jeden Fall!! (Aber Trigger-Warnung beachten!)

"»Seine Liebe ist ein Gift, das mich mein Leben kosten kann. Ich kann der Verführung nicht wiederstehen und lege mich in seine tödliche Umarmung.«
Als sie nass und durchgefroren vor meiner Tür steht, weiß ich bereits, dass ich sie nie wieder gehen lasse. Sie sieht aus wie ein Engel, der direkt aus dem Himmel in meine harte, erbarmungslose Welt gefallen ist. Auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit bittet sie ausgerechnet mich um Hilfe. Oh, mein kleiner Engel, ich kann dich vor allem beschützen, aber wer schützt dich vor mir?
Ich bin keiner von den Guten.
Ich bin nicht dein Retter.
Ich bin dein Untergang.
Dieses Buch erzählt die Geschichte von Anna und Vice aus der Narbensohn-Reihe. Es kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden und spielt Zeitlich vor und während den Ereignissen von Unser Licht gegen die Dunkelheit und Unsere Liebe gegen die Vergangenheit."

"Die Geschichten von Autorenduo Mika D. Mon sind spannend, prickelnd und tiefgründig. Thrillerelemente vereinen sich mit erotischen Szenen und authentischen Charakteren zu einem emotionsgeladenen Cocktail. Ganz nach ihrem Motto: Deeper. Darker. D.Mon. Sie lieben düstere Protagonisten mit einer verkorksten Psyche und sie lieben es auch diese harten Schalen zu durchbrechen und zu zeigen, was sich hinter kalten Augen und gefährlichen Waffen verbirgt. Dabei balancieren sie auf dem schmalen Pfad zwischen Gut und Böse.
Die beiden Autorinnen leben in der Nähe von Marburg. Ihre Leidenschaft zum Schreiben von Geschichten hat die beiden Frauen schon in ihrer Jugend verbunden. Jetzt könnten Sie es sich nicht mehr vorstellen ohneeinander und ohne ihre Arbeit als Autoren zu leben. Besonders gerne tauschen sie sich mit ihren Lesern aus.
"
Quelle


"Wie konnte ich nur so dumm sein?"

 
Das Cover finde ich total schön und gleichzeitig spiegelt es den Inhalt sehr gut wider.
Die Federn könnte man auf Anna beziehen, ein eigentlich unschuldiges Mädchen, dem Schreckliches widerfahren ist (der „Engel“ aus dem Titel), daher auch die Rotfärbung, die an Blut denken lässt.
Der Stacheldraht könnte dann einerseits natürlich Vice in seiner Gefährlichkeit darstellen, auf der anderen Seite könnte er auch dafür stehen, was mit Anna passiert ist.
Die Federn in Verbindung mit dem Draht spiegeln meiner Meinung nach gut den starken Kontrast zwsichen Anna und Vice (aber auch Opfer und Täter) wider.


Vorweg: Angels deserve to die ist das Spin-Off zur Narbensohn-Reihe, aber auch ohne Vorkenntnisse kann man das Buch gut lesen. Allerdings sollte man sich dann bewusst sein, dass es hier um Gewalt, Missbrauch und Drogen geht; das Buch ist eindeutig nichts für schwache Nerven und die Triggerwarnung am Anfang ist durchaus berechtigt!
Wenn man dann jedoch dahinter schaut, merkt man, dass Angels deserve to die ein Buch mit sehr viel Tiefgang ist, das der Gesellschaft einen Spiegel vorhält und dabei die menschliche Psyche analysiert. Man muss die Protagonisten und ihre Handlungen regelrecht hinterfragen, da alles tiefergehende Gründe hat.


 
Das merkt man schon allein daran, dass die beiden Protagonisten Anna und Vice nicht die typischen Protas sind, die man so kennt.
Anna ist ein Missbrauchsopfer; sie hat Suizidgedanken und verletzt sich selbst. Trotzdem (oder gerade deshalb) ist sie eine starke Protagonistin, die dem Leser sofort sympathisch ist.
Man kann sich gut in sie hineinversetzen. Dadurch bringt sie einen dazu, stärker über die Opferseite von Verbrechen nachzudenken; oft ist man als Außenstehender ja dazu geneigt zu sagen: „Warum hat sie sich nicht gewehrt?“ oder „Ich hätte soundso gehandelt“ oder „Ich würde ihm niemals verzeihen“. Das wird in dem Buch auch angesprochen; Anna zeigt, dass eine Person, die in so einer Situation ist, ganz anders handeln kann, als man zunächst vielleicht denkt. Wenn man nicht das durchgemacht hat, was Anna erlebt hat, kann man sich ja nur schwer vorstellen, was in dem Kopf eines (Missbrauchs-)Opfers vorgeht.
Meiner Meinung nach ist den beiden Autorinnen die Darstellung dessen sehr gut gelungen; man bekommt auf das Ganze einen völlig anderen Blickwinkel und lernt, seine eigenen Gedanken zu hinterfragen und sich in die Menschen hineinzuversetzen, denen das widerfahren ist, was auch Anna durchlebt hat.
Auch auf Vice muss man sich einlassen können. Er ist nicht der „typische“ Bad Boy, der sich in die Protagonistin verliebt und von ihr bekehrt werden kann, oder der sich als Kerl mit harter Schale und weichem Kern entpuppt.
Vice ist ein Psychopath, der auch so handelt und denkt. Bei ihm wird nichts verschönert. Er hält mit seiner Brutalität (auch Anna gegenüber) nicht hinterm Berg, und teilweise ist das, was man liest, wirklich krass.
Vice ist also eigentlich ein „Bösewicht“, aber die Autorinnen schreiben ihn nicht einfach bloß als böse ab, sondern geben ihm Persönlichkeit. Sie geben ihm andere Seiten und machen ihn dadurch menschlich, ohne ihm auf der anderen Seite seinen psychopathischen Charakter zu nehmen oder seine Gefährlichkeit zu relativieren. Dadurch kann man sich (trotz seines teilweise krassen Verhaltens) gut in ihn hineinversetzen und mit ihm „fühlen“.

 
In dieser Dark Romance geht es also nicht nur um Sex. Vielmehr geht es darum, einen anderen Blickwinkel auf bestimmte Seiten des Menschen zu bekommen. Angels deserve to die zeigt dabei auch den dunklen Teil (d. h. Kindesmissbrauch und -entführung) der Gesellschaft auf, der sonst oft totgeschwiegen oder nur am Rande erwähnt wird.
Man merkt dabei, dass die Autorinnen sich alles nicht nur an den Haaren herbeigezogen, sondern sich mit Ärzten und Psychologen auseinandergesetzt haben.
Das Ende ist dann sehr überraschend, aber doch durchaus passend und zufriedenstellend.


Angels deserve to die ist nichts für zartbesaitete Pflänzchen, aber wenn man mit Gewalt, Missbrauch und Drogen in Büchern umgehen kann, lohnt sich dieser Roman allemal. Er ist nicht bloße Unterhaltung, sondern regt zum Nachdenken an und stellt die typischen Protagonisten (und damit das „heile“ Bild vom Menschen, das oft gerne gezeigt wird) infrage. Das Buch spricht Themen (Kindesmissbrauch) an, über die öfter geredet werden sollte.
5/5 Lesehasen.




Vielen lieben Dank an

(c) Mika D. Mon

(c) Mainwunder

für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! ♥

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