Mittwoch, 13. Juli 2016

[Buchrezension] Verschwundene Seelen - Annika Meyer

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"Alina und weitere sechs Jugendliche gehören zum engeren Kreis der Auserwählten. Sie sollen das Buch des Lebens, das »Zauberbuch«, vor der Vernichtung durch die Schattenmenschen retten. Dazu sind die Aus- erwählten mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet. Im Kampf um das Gute haben sie es jedoch mit einem übermächtigen und verschlagenen Feind zu tun, der mit aller Brutalität vorgeht. Werden die sieben diese Schlacht letztendlich für sich entscheiden und die Schattenmenschen zurückdrängen können?
Der Preis ist hoch, den die Auserwählten für ihre Berufung zu zahlen haben: Solange sie sich in ihrer Parallelwelt bewegen, verlieren Freunde, Verwandte und Kameraden in der »normalen« Welt jegliche Erinnerung an sie. Die Auserwählten sind dann die »verschwundenen Seelen«."


"'Okay, also nachher bei dir?'"



Mir gefällt das Cover wirklich gut, es sieht so mystisch aus und das Motiv hat auch eine Bedeutung. 
Und ich mag die Kombination von dem Knallpink auf dem Grün! :D
Was mir auch super gefällt ist der farbige Buchschnitt und der angehobene Titel.
Der Titel an sich passt eigentlich ganz gut zum Inhalt, und er macht neugierig.
Die Kapitel sind alle kurz bis mittellang.



Oh je, mit "Verschwundene Seelen" hatte ich zu kämpfen.
Das ist sehr schade, angesichts dessen, dass ich mir aufgrund des Klappentextes und des Titels so viel von der Geschichte versprochen habe, denn beides klingt ja wirklich spannend und mystisch.
Allerdings fehlen bei diesem Buch sowohl Spannung als auch Mystik.

Zum Einen ist mir bereits auf den ersten paar Seiten aufgefallen, dass der Schreibstil sehr einfach gehalten ist und recht anspruchslos, fast schon amateurhaft wirkt; die Sätze sind alle enorm kurze und einfache Hauptsätze und die Sprache ist sehr einfach. Das würde ich alleine nicht so hart kritisieren, da es vielleicht einfach daran liegt, dass ich womöglich bereits zu alt für das Buch bin, allerdings habe ich auch in letzter Zeit einige Bücher gelesen, die an eine deutlich jüngere Zielgruppe gerichtet ist, und die Sätze dort auch dementsprechend einfach sind.
Das Problem hier sehe ich vielmehr darin, dass ich mich als Leser nicht wirklich in das Geschehen gezogen gefühlt habe, was gehäuft auch daran gelegen hat, dass die Beschreibungen und besonders die Dialoge nahezu immer sehr gestelzt wirken. Man merkt, dass man liest und versinkt nicht wirklich in die Geschichte.

Dazu kommt, dass die Figuren sich meiner Meinung nach allesamt nicht ihrem Alter entsprechend verhalten; die Jüngeren wirken viel älter als sie sind und die Älteren verhalten sich oftmals extrem kindisch.
Außerdem bedient sich die Autorin vieler Klischees und Stereotypen, was an sich nicht unbedingt schlecht sein muss, wenn es richtig umgesetzt ist. Das ist hier allerdings nicht der Fall, durch die Schubladen wirken die Charaktere allesamt unsympathisch, nervig und teilweise auch ziemlich lächerlich: der Nerd, mit dem niemand spricht; die Tussi, die sich für was Besseres hält und die in den Sportler verknallt ist; der Sportler, der unnahbar scheint, insgeheim aber in das unscheinbare Mädchen verliebt ist; und das unscheinbare Mädchen, das weiß, was sie will, aber dann auch wieder nicht, und in den Sportler verliebt ist.

Die Liebesgeschichten und Beziehungen entwickeln sich in meinen Augen auch viel zu plötzlich, auf einmal sind alle miteinander befreundet, weil sie ja im gleichen Boot sitzen und nur zusammen die Welt retten können. Das ist natürlich sehr glaubwürdig (Achtung, Sarkasmus..). Als Leser kann man das einfach nicht nachvollziehen und auch nicht mitfühlen.

Demzufolge ist auch die Protagonistin sehr unsympathisch und man kann sich beim besten Willen nicht in sie hineinversetzen, ihre Gedanken und Gefühle kann man nicht nachvollziehen.
Dabei ist mir auch aufgefallen, dass die Autorin es auch nicht so mit Kontinuität hat: Mario tritt zu Anfang des Buches als eine Person auf, die ihr sehr nahe steht. Auf mich hat es sogar so gewirkt, dass er ihr Freund ist und davon bin ich dann auch erst einmal ausgegangen. Umso mehr hat es mich dann gewundert, als sie einfach so mit jemand anderem anbändelt, ohne an ihn zu denken, und ganz überrascht war ich dann, als Mario am Ende des Buches nur noch Alinas bester Freund ist.
Vielleicht habe ich zu Beginn doch etwas zu viel in die Beziehung zwischen Mario und Alina hineininterpretiert, aber was die fehlende Kontinuität angeht, bleibe ich bei meinem Urteil.

Denn mir ist ebenfalls aufgefallen, dass es zuerst so scheint, als würde die Geschichte im deutschsprachigen Raum spielen, da alle Namen recht deutsch klingen und Alina ihre Lehrer und fremde Erwachsene auch mit Herr soundso und Frau soundso anspricht.
Aber in der Buchmitte etwa scheint Alina urplötzlich im englischsprachigen Raum zu leben, da einerseits die neu auftretenden Namen auf einmal alle Englisch sind. Das alleine ist selbstverständlich noch kein Beweis, da das ja auch im deutschsprachigen Raum durchaus sein kann. Allerdings spricht sie ihre Lehrer auf einmal mit Mr und Mrs an?!
Das habe ich dann gar nicht mehr verstanden, zumal sie etwa 50 Seiten weiter dann wieder Herr und Frau sind...
Da scheint wohl ein Fehler beim Korrekturlesen passiert zu sein, anders lässt sich das nicht plausibel erklären.

Na ja. Über all dies könnte ich noch mit Bauchschmerzen hinwegsehen, wenn "Verschwundene Seelen" denn wenigstens spannend wäre, aber das ist es, wie erwähnt, ja auch nicht. Die Geschichte läuft meiner Meinung nach viel zu schnell ab, alles fängt zu plötzlich an und ist dann auch zu plötzlich zuende, als dass in irgendeiner Weise etwas Spannung aufkommen könnte. Ähnlich wie die Figuren ist auch der Plot eindeutig zu oberflächlich gehalten und definitiv nicht ausgereift genug, als dass er noch authentisch sein kann. Der gestelzt wirkende Schreibstil hilft der Glaubwürdigkeit da natürlich nicht wirklich.




Also: Keine Spannung, alles wirkt viel zu künstlich, um es ernst nehmen zu können, die Figuren entstammen allesamt jeder erdenkbaren Schublade und verhalten sich nicht ihrem Alter entsprechend. Dazu kommen die Kontinuitätsschwierigkeiten der Autorin, und "Verschwundene Seelen" ist bloße Zeitverschwendung. Finger weg!
1/5 Lesehasen.




http://www.fabulus-verlag.de/autoren/annika-meyer"Jahrgang 1999, ist musisch und künstlerisch hochtalentiert und hat bereits an mehreren Wettbewerben erfolgreich teilgenommen. Ihre wahre Leidenschaft gilt aber der Literatur und dem Schreiben. Neben der Schule widmet sie jede freie Minute diesem Hobby. »Verschwundene Seelen« ist ihr Debütroman."






Vielen lieben Dank an


fabulus-verlag.de

für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! ♥



GLG ;***



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