Mittwoch, 23. Mai 2018

[Buchrezension] Höhenrauschsaison - Meredith Winter


"April 2012 - die Mount-Everest-Saison hat begonnen.
Vor Ort: Ärztin Clementine, die schon auf dem Trek zum Basecamp alle Hände voll zu tun hat, sich um die Verletzten und Höhenkranken zu kümmern, welche die Region auf dem Weg zum höchsten Berg der Erde unterschätzt haben.
Ebenfalls mit von der Partie ist der russische Auftragskiller Alexej, der sich als Bergsteiger ausgibt und bloß einen Auftrag hat: Clementine zu töten. Dumm nur, dass sie bereits tot ist."


Hmmm, ja, also das Cover gefällt mir gar nicht.. Ich finde, es wirkt ein bisschen so, als hätte sich jemand mit PhotoShop (oder eher GIMP), versucht, aber wirklich professionel wirkt das ganze nicht... Am wenigsten gefällt mir dabei der schwarze Rand.
Aber gut, das ist ja alles Geschmackssache. Man sieht den Mount Everest, also würde ich mal sagen, dass es ganz gut zum Inhalt passt, und das ist ja das, was letztendlich zählt.
Der Titel gefällt mir allerdings auch nicht so gut. Er passt zwar ebenfalls zum Inhalt, aber ich find ihn ein wenig.. cheesy, wenn ihr wisst, was ich meine. 


Ich durfte bereits ein anderes Buch der Autorin (Blutpsalm) lesen, das mir recht gut gefallen hat. Dementsprechend erwartungsvoll bin ich natürlich an dieses Buch hier herangegangen, zumal es ja auch wirklich nicht schlecht klingt.

Nun ja, ich muss aber leider sagen, dass ich von "Höhenrauschsaison" nicht ganz so begeistert gewesen bin, wie von dem anderen Buch.
Hauptsächlich liegt das wohl an der Protagonistin Clementine.
Kennt ihr das, wenn ihr auf Hauptcharaktere trefft, die an sich nicht irgendwie "doof" oder so sind, aber ihr mit denen trotzdem einfach nicht klarkommt? So war das bei mir und Clementine.
An sich hätte ich eigentlich nichts an ihr auszusetzen. Zwar ist sie schon manchmal ein wenig weinerlich, aber abgesehen davon ist sie eine kluge, starke Frau, die genau weiß, was sie will und sich auch dafür einsetzt. Eigentlich alles Attribute, die ich an einem Protagonisten gerne sehe.
Und trotzdem bin ich mit ihr die ganze Zeit irgendwie gar nicht warm geworden...:/

Generell finde ich, dass der Autorin die Charakterisierung der einzelnen Figuren in diesem Buch nicht ganz so gut gelungen ist, auch die anderen Figuren, also Clementines Schwester, Stanislaus und Dmitri z.B. sind allesamt sehr klischeehaft. Dementsprechend vorhersehbar wird natürlich auch der ganze Plot.

Am wenigsten hat mir jedoch Alexej gefallen. Der Typ hat wohl ein riesiges Problem mit seiner Männlichkeit????
Bspw. wollte er nicht, dass ein Sherpa sein Gepäck trägt. Auf dem Mount Everest. Auf dem er noch nie war. Weshalb er keine Ahnung hat, wie er auf die extreme Höhe reagiert. Aber seine Männlichkeit ist in Gefahr.
Und das ist nur ein Beispiel, so übertrieben "männlich" verhält er sich die ganze Zeit über. Das hat mich doch schon sehr gestört, denn sollte dieses Männerbild nicht mittlerweile überholt sein? Also mir ist klar, dass es sicherlich immer noch Männer gibt, die so denken, und vielleicht passt das auch zu Alexej. Aber meiner Meinung nach hätte Alexej als Charakter viel mehr an Tiefe gewonnen, wenn er nicht so perfekt in dieses blöde Hollywood-Männlichkeitsgetue-Klischee gepasst hätte, sondern sich stattdessen mal wie ein richtiger Mann verhalten und auch mal Schwäche eingestanden hätte. Natürlich nicht übermäßig, sonst wirkt er womöglich genauso weinerlich wie Clementine, aber zumindest hätte er sein Gepäck ja den Sherpas überlassen können.
Aber gut, da steht er anscheinend drüber.
Mich hat es jedenfalls genervt, und sowas hindert natürlich den Lesefluss, was der Geschichte vor allem dann schadet, wenn die Handlung durch die anderen Figuren sowieso schon so vorhersehbar ist.

Ich will aber ja nicht nur meckern. Was mir hier besonders gut gefallen hat, ist, dass man wirklich merkt, wieviel Mühe sich die Autorin bei der Recherche zum Mount Everest gegeben hat. Ich hab zwar selber keine Ahnung vom Bergsteigen (würd ich niemals tun, nein danke), aber die Darstellung bspw. von den Auswirkungen, die die Höhe auf den Körper hat, wirkte auf mich sehr plausibel und gut erklärt.
Das Setting im Allgemeinen fand ich auch ganz cool, so viele Bücher, die am bzw. auf dem Mount Everest spielen, hab ich noch nicht gelesen.
Ebenfalls positiv fällt der leichte Schreibstil der Autorin auf. Das und die Kürze des Buches machen "Höhenrauschsaison" zu einer leichten Lektüre für die Zugfahrt von und zur Uni.




"Höhenrauschsaison" ist also definitiv kein Pageturner, was vor allem an den Charakteren (Alexej) liegt, aber es eignet sich prima als lockeren Zeitvertreib.
2,5/5 Lesehasen.




Vielen lieben Dank an

Meredith Winter

für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! ♥


GLG




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