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Donnerstag, 2. April 2015

[Buchrezension] Ich sehe was, was niemand sieht - Tim O'Rourke

Originaltitel: Flashes
Seiten: 368
Genre: Mystery, Thriller
Teil einer Reihe? Nein, aber die ebooks sind dreigeteilt.
ISBN: 978-3-551-52074-6
Preis: € 14,99
Verlag: Chicken House



Erster Satz:

Ich wandte mich vom Grab meiner besten Freundin ab, um das sich ihre Familie versammelt hatte.

 Inhalt:

Charley sieht Dinge, die sonst niemand sieht. Ihre Visionen sind wie Blitze, kurz und intensiv – ein Mädchen, Schreie, das Rattern eines Zugs. Charley ist felsenfest davon überzeugt, dass sie Verbrechen sieht, bevor sie geschehen. Niemand glaubt ihr, bis auf Tom. Der attraktive junge Police Officer bearbeitet gerade seinen ersten Fall: ein totes Mädchen, das auf Bahngleisen gefunden wurde.
Während die Polizei noch nach der Todesursache sucht, hat Charley wieder Visionen: ein anderes Mädchen, Schreie, das Rattern eines Zugs ...
Ein packender Mystery-Thriller!
Quelle: http://www.carlsen.de/softcover/ich-sehe-was-was-niemand-sieht/57998

Buchgestaltung:

Mir gefällt das Cover ganz gut, hat so was Mysteriöses. :D
Ich finde das ja lustig, dass man den Titel von oben nach unten lesen muss. Jeder, der das Buch gesehen hat, als ich gelesen habe, hat "Sieht niemand was was, sehe ich" gelesen. xD

Meine Meinung:

Ich habe mich eigentlich recht gefreut, als das Buch dann endlich ankam, da ich mit Chicken House doch bis jetzt immer gute Erfahrungen hatte.
Und ich wurde auch nicht allzu sehr enttäuscht.
Die Geschichte fängt schon rasant an: Man wird direkt in das Geschehen geworfen und weiß zuerst nicht wirklich, was mit Charley los ist. Dadurch ist die Spannung direkt am Anfang schon ganz weit oben, und O'Rourke schafft es mithilfe seines leicht zu lesenden Schreibstils auch, bis zum Ende die Spannung zu halten.
Des Weiteren finde ich die "Blitze" eine gute Idee, so etwas ist mir bis jetzt noch nicht über den Weg gelaufen. Allerdings fand ich persönlich deren Schilderung manchmal etwas langweilig, das hätte man noch mit mehr Drumherum gestalten können, da der Schwerpunkt des Buches ja in Charleys "Blitzen" liegt. Dennoch haben sie mir recht gut gefallen.
Jedoch war die gesamte Geschichte - trotz der Spannung - sehr vorhersehbar, bereits nach den ersten Auftritten einer gewissen Figur wusste ich, dass sie der Mörder ist. Das ist recht offensichtlich und insbesondere für Thriller-Fans wie mich nichts Neues, von daher kann man uns damit nicht überraschen. 
Dazu kommt, dass die ganze Erzählung meiner Meinung nach etwas distanziert wirkte, sodass der Leser gar nicht mit der Welt und deren Figuren warm werden konnte. Das beste Beispiel dafür ist die Beziehung zwischen Charley und Tom. Es ist von Anfang an klar, dass sich zwischen den beiden etwas entwickeln wird (apropos Vorhersehbarkeit), man fühlt als Leser jedoch keinerlei Spannungen oder ähnliches zwischen ihnen. Als es dann z. B. zu ihrem ersten Kuss kommt, geht alles so super schnell und vor allem auch recht gefühllos, dass ich mir dachte: "Wie jetzt? Das ist alles?".
Diese Distanziertheit zwischen dem Leser und der Welt aus "Ich sehe was, was niemand sieht" liegt aber auch zu einem großen Teil daran, dass die beiden Protagonisten keine wirkliche Tiefe haben und eher oberflächlich beschrieben werden. So sind sowohl Charley als auch Tom für den Leser nicht greifbar, was sie zudem auch noch unsympathisch wirken lässt. 
Das liegt aber auch daran, dass beide mich im Laufe der Handlung immer mehr genervt haben. Charley ist meiner Meinung nach ein eher schwacher Charakter. Ich kann mir vorstellen, dass es nervenaufreibend ist, wenn man etwas sieht, aber niemand einem glaubt und ich bin oft mit Charley verzweifelt. Jedoch ist sie irgendwie so eine "Schubladen-Heldin", wenn ihr wisst, was ich meine. Sie will unbedingt die Welt retten, egal ob sie in Gefahr gerät und so weiter. Zwar ist das an sich nichts Schlechtes an einer Protagonistin, aber darauf beschränkt sich Charley auch. Sie wird eben nicht weiter beschrieben, was ihre Gefühle etc. angeht, kratzt der Autor nur an der Oberfläche.
Das gleiche bei Tom: Auch er ist etwas "ganz Besonderes", weil er der jüngste ist, der die Polizeiakademie abgeschlossen hat und bei der Mordkommission arbeitet, aber das ist auch schon alles, was ihn ausmacht. Obwohl viele Kapitel auch aus seiner Sicht geschrieben sind, erhält Tom keine wirkliche Tiefe und das ist Schade, da der Leser so keine Bindung zu den Protagonisten aufbauen kann...
Zuletzt ist mir im Klappentext noch etwas aufgefallen: "[...] Tom. Der attraktive junge Police Officer [...]". Der Autor heißt Tim und ist auch Police Officer...
Das wollte ich nur mal so erwähnen, fand diesen kleinen "Zufall" ganz lustig... xD

Fazit:

An sich hat "Ich sehe was, was niemand sieht" großes Potenzial zum Thriller. Das wird jedoch von der durchgehenden Vorhersehbarkeit, besonders, was den Täter angeht, sowie der Oberflächlichkeit nicht nur bei den Protagonisten sondern der ganzen Welt des Buches gedämpft. 
Deshalb auch nur 3/5 Lesehasen.

Über den Autor:

(c) Tim O'Rourke
Tim O’Rourke ist vom Schreiben besessen. Wenn er nicht als Police Officer im Einsatz ist, verbringt er jede freie Minute über seinen Laptop gebeugt, vollkommen versunken in die Welten, die er erfindet. Mehr als 30 Romane hat er als Selfpublisher bereits veröffentlicht, darunter Erfolgsserien wie Kiera Hudson und Samantha Carter, die in über 50 Ländern gelesen werden und zusammen tausende begeisterte Bewertungen auf einschlägigen Online-Plattformen erhalten haben. Mit seiner Frau, drei Söhnen und einer Katze lebt Tim O‘Rourke in Buckinghamshire.


Vielen lieben Dank an

für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! ♥


GLG ♥

Freitag, 8. August 2014

[Buchrezension] Der Giftschmecker - Fletcher Moss

Originaltitel: The Poison Boy
Seiten: 334
Genre: Jugendbuch
Teil einer Reihe? Nein.
Empfohlenes Alter: ab 12
ISBN: 9783551520647
Preis: € 14,99
Verlag: Chicken House

Erster Satz:

Die Tür flog mit einem Knall auf.

Inhalt:

Dalton Fly hat schon eine Menge Gift geschluckt.
Seit Jahren kostet er das Essen für die Schönen und Reichen von Highlions vor und merkt sofort, enn irgendetwas damit nicht stimmt. Doch nach dem letzten Auftrag ist sein Freund Bennie toto und Dalton kann sich an nichts mehr erinnern. Wer steckt hinter dem Anschlag? Und warum wird er seitdem verfolgt?
Dalton fordert Gerechtigkeit - und legt sich mit den mächtigsten Männern der Stadt an.

Buchgestaltung:

Soooo besonders schön finde ich das Cover jetzt nicht, und auch der Titel ist recht einfallslos, trotzdem finde ich, dass beides passt. Man sieht eine Flüssigkeit (die höchstwahrscheinlich Gift sein wird) und dahinter einen Jungen, der (ebenfalls höchstwahrscheinlich) Dalton darstellen soll und ihn meiner Meinung nach auch gut trifft.
Unten sieht man die Skyline von Highlions, die, wie ich finde, auch gut getroffen ist, da dort, genau wie im Buch beschrieben, viele Kirchen zu sehen sind.
Das Ganze wird durch die Wolken und den Nebel etwas mystisch dargestellt, was durch das Grün noch unterstrichen wird.
Der Titel ist, wie gesagt, nicht besonders einfallsreich, passt aber trotzdem, da sich halt alles um den Giftschmecker dreht, auch das, was zuerst nicht so scheint. ;)

Meine Meinung:

Auch beim Giftschmecker wird man wieder direkt ins Geschehen geworfen, wodurch natürlich viele Fragen aufkommen und Spannung entsteht.
Dadurch, dass von Anfang an alles recht unklar ist und man selten mehr weiß als Dalton, ist man sich nicht sicher, wem man wirklich trauen kann.
Das und die vielen unerwarteten Wendungen erzeugen genügend Spannung, die am Ende ihren Höhepunkt erreicht, sodass der Leser quasi ans Buch gebunden wird. Kurz nachdem man zum Schluss denkt, es ist alles vorbei, wird man erneut überrascht; man kann die ganze Zeit also nicht vorhersagen, was passiert.
Die Fragen, die sich der Leser am Anfang stellt, werden nach und nach geklärt, und zwar so, dass weder zu viel auf einmal verraten wird, noch dass der Leser zu wenig erfährt und somit verwirrt wird.
Es fällt auch positiv auf, dass der Autor anscheinend viel über Gifte und deren Wirkungen und Gegengifte weiß oder zumindest recherchiert hat. So wird die Geschichte authentisch, da sich die Gifte und der Giftschmecker (wie der Titel schon vermuten lässt) wie ein Roter Faden durch das ganze Buch zieht, auch durch die Nebenhandlungen.
Weiterhin gut gefällt mir, dass die Geschichte in der Vergangenheit spielt. Es war ganz "erfrischend" zu sehen, dass die Teenager - und auch alle anderen Menschen dort - komplett ohne Technik leben können. Dennoch haben die Figuren in Der Giftschmecker größtenteils so gesprochen, wie man es heutzutage auch tun würde, weshalb man sich als Leser nicht groß an die Sprache gewöhnen muss und einem das Lesen leicht fällt.
Der Protagonist, Dalton Fly, ist ein sympathischer kleiner Held, der seinen Freunden gegenüber loyal ist und keine Angst vor Hindernissen hat. Was mir allerdings nicht so gefällt, ist dass er, meiner Meinung nach, durchgehend jünger dargestellt wird, als er eigentlich sein sollte - an einer Stelle wird erwähnt, dass er um die 14 Jahre alt sein soll, jedoch hatte ich immer das Gefühl, einen 11-jährigen vor mir zu haben.
Das Gleiche gilt für seine Freunde Sal und Scarlet, und das finde ich etwas schade, da die Geschichte so etwas an Authentizität verliert.
Einzig Edward und Luke verhalten sich größtenteils ihrem Alter angemessen.
Dennoch sind die Handlungen der Figuren nachvollziehbar.

Fazit:

Ein tolles Abenteuer, das mit Spannung und vielen unerwarteten Wendungen punktet.
Einen halben Punkt Abzug gibt es wegen der unrealistischen Darstellung von Daltons Alter.
4,5/5 Lesehasen.


Über den Autor:

Fletcher Moss arbeitete bereits als Regalauffüller und LKW-Fahrer in Frankreich und Spanien, bis er schließlich stellvertretender Schulleiter wurde. Mit seinem Debüt "Der Giftschmecker" hat er den Times-Chicken-House-Schreibwettbewerb 2012 gewonnen. Er lebt mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter in Manchester.

Vielen Dank an

für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! ♥


GLG ;***

Montag, 21. Juli 2014

[Buchrezension] Wettlauf in der Nacht - Thomas Taylor

Originaltitel: Haunters
Seiten: 391
Genre: Mystery-Thriller
Teil einer Reihe? Nein.
Empfohlenes Alter: ab 12
ISBN: 9783551520562
Preis: € 14,99
Verlag: Chicken House

Erster Satz:

David kauerte auf dem Dach des Hauses seines besten Freundes, währen die Flammen, die es verschlangen, in den Nachthimmel loderten.

Klappentext/Buchrückseite:

Eddie, Adam und David leben in verschiedenen Jahrzehnten. Trotzdem laufen sie sich immer wieder über den Weg. Denn die Jugendlichen verbindet eine seltene Gabe. Während sie schlafen, können sie alle Grenzen überwinden und durch Raum und Zeit reisen. Dabei verfolgt jeder sein ganz eigenes Ziel. 
Eddie will alles über das Traumwandeln herausfinden.
Adam versucht mit allen Mitteln den Lauf der Geschichte zu verändern.
Und David muss seine Familie retten, bevor sie ausgelöscht wird.

Buchgestaltung:

Mir gefällt das Cover sehr gut, besonders die blauen Flammen sehen toll aus.
Die Uhr passt auch, da die Kinder gegen die Zeit kämpfen. Das passiert in der Nacht, also passt auch der Titel. ;)

Meine Meinung:

Ich hatte nicht viele Erwartungen an Wettlauf in der Nacht, was wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass ich die Geschichte um die drei Jungs überraschend gut fand.
Das Traumwandeln ist mal etwas Neues, was der Autor auch gut umgesetzt hat. Zeitreisegeschichten sind meiner Meinung nach recht kompliziert zu schreiben, da man ja auch darauf achten muss, dass alles einen Sinn ergibt; wenn der eine Protagonist z. B. etwas in der Vergangenheit macht, hat das natürlich alles Auswirkungen auf die Gegenwart des Protagonisten und auf die Zukunft, und das muss bei der Geschichte hinterher ja alles zusammenpassen, sodass man den Leser nicht verwirrt. Ich habe schon Zeitreisebücher gelesen, bei denen das alles nicht so sinnvoll war, wenn ihr wisst, was ich meine. Ist ein bisschen schwierig zu erklären.. :o
Das hat Taylor auf jeden Fall gut umgesetzt; die Geschichte ist in sich schlüssig und wirft keine Fragen auf.
Des Weiteren ist Wettlauf in der Nacht wirklich spannend, wobei sich die Spannung am Anfang langsam aufbaut und durch die Bedrohung, die Adam darstellt immer weiter steigt. Am Ende ist der Spannungsbogen natürlich am höchsten, aber auch zwischendurch gibt es hier und da mal kleinere Höhepunkte.
Der Autor hat viele Wendungen eingebaut, wodurch der Verlauf unvorhersehbar wird und sich die Spannung ebenfalls steigert.
Der Protagonist, David, ist dem Leser sympathisch, da er einerseits handelt wie ein Kind mit 11 Jahren handeln würde, andererseits aber auch nicht allzu kindlich dargestellt wird, weil er z. B. vieles erst einmal hinterfragt.
Die anderen Figuren mochte ich persönlich auch alle, wobei der Autor geschickt relativ wenig über sie verraten hat, sodass man nie so recht wusste, ob man allen trauen kann.

Fazit:

Wettlauf in der Nacht ist ein gelungener Debütroman, der mit Spannung und einer tollen Idee punktet.
Trotz allem muss ich sagen, dass das Buch nicht so besonders ist, dass es die volle Punktzahl gibt.
Die gewisse "Würze", die ein Must-Read ausmacht, fehlt hier, dazu hat Wettlauf in der Nacht nicht genug Spannung. ;)
4,5/5 Lesehasen.


Über den Autor:

Thomas Taylor, geboren in Norwich, wuchs an der Küste von Wales auf. 
In seiner Kindheit zeichnete er häufig, am liebsten während des Matheunterrichts. Nach seinem Studium an der Kunstakademie illustrierte er zunächst Bücher und gestaltete unter Anderem das englische Cover zu J. K. Rowlings "Harry Potter und der Stein der Weisen". Schließlich begann er selbst Bücher zu schreiben. "Wettlauf in der Nacht" ist sein erster Roman. Nachdem Thomas Taylor einige Jahre in Frankreich verbracht hat, lebt er jetzt mit seiner Familie in England.

Vielen Dank an

für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! ♥


GLG ;***