Mittwoch, 29. Juli 2015

[Buchrezension] Joyland - Stephen King

 
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"Irgendwann ist es mit der Unschuld vorbei. Irgendwann hört jeder Spaß auf.
Auf verhängnisvolle Weise kreuzen sich in einem kleinen Vergnügungspark die Wege eines untergetauchten Mörders und eines Kindes. Und mitten im sich überschlagenden Geschehen steht ein junger, unschuldiger Student, der alles zu verlieren droht und doch so viel gewinnt."
Quelle





"Ich besaß zwar einen Wagen, aber in jenem Herbst des Jahres 1973 ging ich von Mrs. Shoplaws Strandquartier im kleinen Örtchen Heaven´s Bay aus meistens zu Fuß nach Joyland"



Das Cover gefällt mir recht gut. Übrigens ist mir aufgefallen, dass ich in letzter Zeit ziemlich viele blaue Bücher lese, aber das ist ja im Moment egal.
Jedenfalls kommt es auf dem Cover gut zur Geltung, dass es hier um Joyland, wobei es sich um einen Vergnügungspark handelt, geht. Der Titel passt demzufolge auch gut, und ich finde ausnahmsweise mal nicht, dass dieser ziemlich einfallslos ist, auch wenn es im ersten Moment so scheint.



Ich habe mich ziemlich über das Buch gefreut, da es ja von Stephen King ist, und ich von Friedhof der Kuscheltiere  letztes Jahr restlos begeistert war. Außerdem habe ich schon lange keinen guten Spannungsroman mehr gelesen. Tja.
Joyland  ist einfach nur LANGWEILIG!!! :(

"'Ich kann einfach nicht verstehen, warum die Leute einander im Namen der Religion wehtun, wo es doch auf der Welt schon genug Leid gibt', sagte Mrs. Shoplaw"
(S. 204 - Mrs. Shoplaw zu ihren Untermietern) 

Das führe ich jetzt auch mal weiter aus, wie es sich für eine Rezension gehört:
Zuerst einmal lernt man Devin Jones kennen, was an sich ja auch normal ist, weil er der Protagonist ist.
Auf den ersten paar Seiten ist er extrem nervig und augenscheinlich sehr abhängig von seiner damaligen "Freundin" Wendy. Egal, was passiert, er führt dies auf Wendy zurück - sein ganzes Leben dreht sich um sie, während sie, wie der Leser aufgrund der Erzählung aus der "Zukunft" bemerkt, sich gar nicht wirklich für Devin interessiert. Dieser jedoch merkt das wirklich überhaupt  nicht (in der Vergangenheit), was zum einen zwar verständlich ist, da er sie richtig liebt, zum anderen irgendwann aber auch echt nervt.
Mit der Zeit entfernt er sich jedoch endlich von ihr, wodurch er selber auch erträglicher wird, denn eigentlich ist er ein netter, ruhiger Junge, dem jedoch seine Mitmenschen durchaus wichtig sind, was er mehrmals unter Beweis stellt. Trotzdem ist Devin, wie leider auch der Rest des Buches, nicht so der Knaller, sondern eher langweilig; es ist irgendwie nichts Besonderes, Herausstechendes an ihm..
Man lernt Devin, seine Macken und seinen Job bei Joyland bzw. den Vergnügungspark selber also kennen. Wie gesagt, an sich kein Problem. Allerdings macht das fast das ganze Buch aus und es passiert einfach gar nichts  Spannendes, einzig vielleicht die Beziehung zwischen Devin und Mike und dessen Mutter, aber das erwartet man bei Nicholas Sparks und nicht bei Stephen King.
Stephen King ist für mich der Horror-Autor schlechthin, und wenn ich ein Buch von ihm lese - auf dessen Buchrücken übrigens auch Horrorroman steht, nebenbei bemerkt, kann ja durchaus sein, dass er jetzt doch lieber Leichteres schreiben möchte -, erwarte ich eigentlich auch, dass mir Angst eingejagt wird - Horror  eben. Aber das passiert hier nicht, wie bereits mehrmals erwähnt.
Zwischendurch erfährt man mal hin und wieder einige kleine Details über den Mord, der dort vor einigen Jahren geschehen ist, und dass da wohl irgendetwas Seltsames vor sich geht, aber das war´s auch schon.
Devin und seine Problemchen stehen dabei die ganze Zeit im Vordergrund, der Mord an sich und das, was er nach sich zieht, gerät total in den Hintergrund, und damit auch die ganzen Horrorelemente. Also eben das, was ich eigentlich haben wollte, bekomme ich nur am Rande ganz wenig.
Am Ende bekommt man dann zwar eine Auflösung und alles läuft auch irgendwie zusammen, aber der sogenannte "Showdown" fällt meiner Meinung nach ziemlich schwach aus, erst recht im Vergleich zu dem wirklich langatmigen und vor allem langweiligen  Rest des Buches.

"Wenn man einen Krimi liest oder im Fernsehen anschaut, geht man fröhlich über ganze Leichenberge hinweg und interessiert sich nur dafür, ob es der Butler oder die böse Stiefmutter war."
(S. 246) 

Wie eigentlich das gesamte Buch ist die Auflösung dazu noch total vorhersehbar, ich wusste bereits nach 100 Seiten, dass das Buch so ausgehen würde. Und das liegt ganz sicher nicht daran, dass ich schon viel in der Spannungsliteratur gelesen habe - diese Auflösung ist fast schon amateurhaft  offensichtlich, sodass sie jeder sehen kann.
Einzig die Idee und der flüssige Schreibstil konnten mich überzeugen, die Umsetzung jedoch ist grauenhaft. Da haben wir doch den Schrecken!



Falls man hier einen schön-schaurigen King-Roman erwartet, wird man einfach nur enttäuscht. Langeweile von vorne bis hinten und die Handlung noch dazu vorhersehbar.
Die sich entwickelnde Beziehung zwischen Devin und Mike und dessen Mutter ist nett mit anzusehen, aber unter dem Aspekt des restlichen Romans doch eher fehl am Platz.
Idee gut, Umsetzung schlecht.
1,5/5 Lesehasen.




Das sind viele. Hier eine Auflistung.



http://www.randomhouse.de/Autor/Stephen_King/p108744.rhd
(c) Shane Leonard
Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, Carrie, erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 50 Sprachen verkauft. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 2003 den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk und zuletzt 2015 mit dem »Edgar Allan Poe Award« den bedeutendsten kriminalliterarischen Preis für Mr. Mercedes. Sein Hauptwerk erscheint im Heyne-Verlag.
Quelle





Vielen lieben Dank an

randomhouse.de/heyne

für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! ♥


GLG


Kommentare:

  1. Hallo Sofia,

    stimmt, ein typischer Horror-King ist es nicht, aber mir hat's trotzdem gefallen. Ich hätte es eher mehr im Mystery-Bereich eingeordnet.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Huhu,
      ja, das schon eher, wobei eigentlich auch nicht wirklich.. Na ja, man kann wohl sagen, dass ich etwas enttäuscht war.. :D

      LG zurück ♥

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