Dienstag, 14. Juli 2015

[Buchrezension] Heimweh - Marc Raabe

 



"Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen.

Jesse Berg ist ein erfolgreicher Kinderarzt. Frisch geschieden, kümmert er sich liebevoll um seine kleine Tochter Isa. Über seine Vergangenheit spricht er nicht. Bis plötzlich seine Exfrau ermordet und seine Tochter entführt wird. Der Täter hinterlässt für Berg eine Nachricht: Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen. Berg ist klar, dass er selbst das Ziel des Anschlags ist. Eine langvergessene Schuld drängt ans Licht. Um Isa zu finden, muss er das tun, was er nie wollte: zurück in seine Vergangenheit. Zurück ins Heim. Dort hat er gelernt, sich zu wehren, und dort wäre er beinahe getötet worden. Berg nimmt die Kampfansage an. Denn für Isa würde er alles tun. Auch ein zweites Mal durch die Hölle gehen.
Vom Autor der Spiegel-Bestseller »Schnitt« und »Schock«."
Quelle





"Noch war reichlich Luft zum Atmen da."


 Mir gefällt das Cover wirklich gut. Der Titel, der übrigens erhaben ist, sieht so aus, als hätte jemand über Blut gewischt, und die Kiste oder der Raum, in den der Betrachter blickt gibt dem Cover eine gewisse Tiefe, sodass der Blick quasi in den Titel (oder ins Buch) gezogen wird.
All das zeigt, dass es sich bei Heimweh  um einen Psychothriller handeln muss.
Der Einband selber ist auch recht hochwertig gearbeitet; beim Lesen entstehen keine Leserillen.
Die Kapitel sind alle kurz bis mittellang.



Ich habe mich wirklich auf Heimweh  gefreut. Zwar kannte ich den Autor bis dato noch nicht, aber das "Psychothriller" und der Klappentext klingen doch vielversprechend. Außerdem habe ich schon lange keinen richtig "krassen" Thriller mehr gelesen.
Glücklicherweise wurden bereits auf den ersten Seiten meine Hoffnungen erfüllt.
Man lernt Jesse Berg und seine kleine Tochter kennen, beide sehr sympathisch. Vor allem das Mädchen ist wirklich niedlich und auch gar nicht überspitzt dargestellt.
Bei Kindern in Büchern hat man das ja oft, dass sie wirklich ziemlich übertrieben kindisch beschrieben werden, hier jedoch merkt man, dass der Autor selber Kinder hat, und weiß, wie sie selber wirklich sind, nicht, was Klischees über sie aussagen.
Isabelle ist dem Leser also direkt sympathisch, eben weil sie so realistisch wirkt. Genauso Jesse, der sich dem Leser direkt als liebenden Vater zeigt.
Nachdem man also einen kurzen Einblick in den Protagonisten und seine Tochter erhalten hat, geht es direkt spannend los. 
Durch vereinzelte kurze Kapitel, die Rückblenden aus der Sicht des Mörders - gekennzeichnet durch kursive Schrift - sind, wird der Leser nach und nach mit Informationen versorgt, wodurch die hohe Spannung vom Anfang natürlich anhält.
Bis zu einem gewissen Punkt wird der Leser so und durch mehrere Wendungen immer mehr verwirrt, bis er gar nicht mehr weiß, wer hier der Gute und wer der Böse ist. 
Dann jedoch, und das fand ich sehr schade, weiß man plötzlich, um wen es sich beim Mörder handelt; und das recht früh. 
Auf die Idee kommt jeder geübte - und wahrscheinlich auch ungeübte - Thrillerleser, weil das durch diese Rückblende, in der der Leser das erfährt, ziemlich offensichtlich ist. 
An sich wäre das kein so großes Problem, da ich ja öfters schon vorher weiß, wer der Täter ist, allerdings ist die Auflösung wirklich so extrem einfallslos und ausgelutscht , dass man nicht mehr darüber hinwegsehen kann. Dadurch büßt der Thriller natürlich sehr an Qualität, aber auch ein wenig an Spannung ein, was, wie gesagt, sehr schade ist.
Obwohl mir das dann natürlich ein riesiger Dorn im Auge war und ich, zugegebenermaßen, aufgrund des wirklich guten Anfangs doch enttäuscht war, habe ich dennoch mit Freude weitergelesen. Denn auch wenn man nun weiß, wer der Täter ist, und so logischerweise etwas Spannung flöten geht, war Heimweh  auch zu diesem Zeitpunkt keineswegs langweilig.
Immer noch konnte mich der Autor mit einigen Plottwists hier und da stets überraschen und ich wusste ja auch nicht, wie das Buch ausgehen würde. Der Leser ist also, auch wenn er den Täter, der nicht wirklich einfallsreich ist, errät, bis zum Ende ans Buch gefesselt - was nicht zuletzt auch an dem wunderbar leichten Schreibstil Raabes liegt.



Zwar büßt Heimweh  nach der - etwas unfreiwilligen - Auflösung enorm an Qualität ein, weil die Idee des Autors nicht sonderlich originell ist. Allerdings ist der Anfang dafür umso besser und auch an Spannung mangelt es bis zum Ende nicht, obwohl man bereits weiß, wer der Täter ist.
Bei Heimweh  handelt es sich also um einen wirklich guten Psychothriller für zwischendurch - der erhoffte "Wahnsinnsthriller" ist es jedoch nicht.
4/5 Lesehasen.



 

http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/autor/name/Marc-Raabe.html
(c) Gerald von Foris

Marc Raabe (Facebook), 1968 geboren, ist Geschäftsführer und Gesellschafter einer Fernsehproduktion. Seine beiden Thriller Schnitt und Schock waren viele Wochen auf der Bestsellerliste. Marc Raabe lebt mit seiner Familie in Köln. 

Vielen Lieben Dank an

bloggdeinbuch.de

http://www.ullsteinbuchverlage.de

für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! ♥ 

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Findet ihr auch, dass Kinder in Büchern oft so überspitzt dargestellt werden?
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GLG
 

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