Sonntag, 5. Juli 2015

[Buchrezension] Atemlos 1 & 2 - Michael E. Vieten

Heute gibt´s mal wieder 2 Rezis auf einmal, da sie zu einer Reihe gehören und somit auch vom gleichen Autor sind. ;)

An dieser Stelle vorweg noch einmal Danke an Sina, die mir erklärt hat, wie ich diesen "Rezi-Header" erstellen kann! ♥
Schaut doch einmal bei ihr vorbei! ;) 

!!! Da es sich hierbei sowohl um die Rezension des ersten als auch um die des zweiten Teils der Reihe handelt, können Spoiler vorkommen !!!




"Das kleine Biest zappelte wild, als seine Hinterpfoten das kalte Wasser berührten." (Teil 1)

 

Teil 1:
"Anselm Jünger lebt zurückgezogen. Er ist freundlich, unscheinbar und still. Der chronische Asthmatiker führt ein unauffälliges Leben. Von Kollegen und Nachbarn gleichsam geschätzt. Er sitzt gerne alleine in der Kirche, ist höflich, überaus höflich und zurückhaltend. Wer ihn bemerkt, empfindet so etwas wie Sympathie für ihn. Doch tief in ihm lauert eine tödliche Gefahr. Seine überaus niedrige Reizschwelle kombiniert mit der unterentwickelten Fähigkeit zur Konfliktbewältigung. Anselm Jünger ist ein psychopathischer Mörder. Intelligent, pragmatisch, eiskalt. Wer ihn kränkt, unhöflich oder unaufmerksam ist oder ihn zurückweist oder einfach nur sein grundsätzliches Missfallen auslöst, schwebt in größter Gefahr. Allein die Prostituierte Anna Nowak hat Zugang zu diesem überaus verschlossenen Menschen und gefährlichen Psychopathen.
Auf dem Schreibtisch der Mordkommission Trier liegen die Akten von vier Fällen. Die einzige Gemeinsamkeit ist, alle Opfer starben durch Ersticken, und es lässt sich weder ein Motiv noch ein Verdächtiger ermitteln. Der aus gesundheitlichen Gründen beurlaubte, aber überaus erfolgreiche Ermittler Hauptkommissar Krieger wird gebeten, sich die vier Fälle anzusehen und neue Ermittlungsansätze zu erarbeiten. Der übergewichtige Krieger soll seinem sportlichen aber wenig geschätzten Kollegen Rottmann zuarbeiten. Während Horst Krieger die Ratschläge der Polizeipsychologin und die Anweisungen seiner Ärztin ignoriert, frisst und säuft er sich dem Herztod entgegen. Doch er ist und bleibt ein brillanter Ermittler. Ein Denker. Dreißig Jahre Erfahrung im Polizeidienst arbeiten gegen den Serienmörder Anselm Jünger. Dann stehen sie sich gegenüber und wissen, nur einer von beiden wird sich danach irgendwo einen Kaffee bestellen."
Quelle

Teil 2:
"Die Geschichte von Anna Nowak und Anselm Jünger geht weiter. Hauptkommissar Matheo Anderssons Vorgesetzte im Landeskriminalamt Mainz hatten sich unmissverständlich ausgedrückt. Sie wollten auf keinen Fall eine „Bonnie & Clyde-Geschichte“ daraus werden lassen. Deswegen schickten sie ihren besten Mann. Doch das flüchtende Verbrecherpärchen gerät völlig außer Kontrolle. Anna Nowak und Anselm Jünger ziehen auf ihrer wilden Flucht eine blutige Spur hinter sich her. Auch vor Geiselnahme schrecken sie nicht zurück. Dabei fällt ihnen Matheo Anderssons junge und unerfahrene Kollegin in die Hände. Ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt."
Quelle



 

Also, wirklich hübsch finde ich beide Cover jetzt nicht unbedingt, allerdings passt sowohl die Kirche auf dem Cover von Teil 1, als auch der Revolver auf dem Cover von Teil 2 zum Inhalt; beide Motive haben eine Bedeutung in den Büchern.
Gut finde ich, dass man sofort erkennt, dass beide Bücher zu einer Reihe gehören, da sie - bis auf die Motive - gleich gestaltet sind.
In beiden Büchern sind die Kapitel relativ lang, wobei die Kapitel aus Teil 1 mit Namen betitelt sind - wohl die Namen der Personen, die der Leser in dem Kapitel kennenlernt, einen anderen Zusammenhang habe ich nicht gefunden -, und die Kapitel aus Teil 2 mit "richtigen" Titeln. Der Titel des letzten Kapitels aus Von des Todes zarter Hand hat mir übrigens sehr gut gefallen, warum, verrate ich nicht! ;P
Der Titel der Reihe passt ebenfalls sehr gut zur Reihe, da Anselm zum einen Asthmatiker ist, und er zum anderen seine Opfer erstickt.




Da der Klappentext wirklich interessant klingt, dachte ich mir, Warum nicht? Ein Buch aus der Sicht des Mörders ist doch auch sicherlich echt spannend.
Ja, wohl doch nicht.
Beim Sterben ist jeder allein ist wirklich (Achtung, Wortspiel, haha) sterbenslangweilig.
Das einzige, das dort passiert, ist, dass Anselm sein Leben lebt. Er geht arbeiten, einkaufen und bringt hin und wieder die Leute (oder Tiere) um, die ihm gerade auf die Nerven gehen.
Was wirklich spannend hätte werden können, ist eher eine trockene und langweilige Beschreibung geworden.
Klar weiß ich, dass Anselm ein Psychopath ist, und man nicht wirklich viel Emotionen erwarten kann, und es daher auch trocken geschrieben werden muss, allerdings läuft hier alles viel zu glatt, als dass da wirklich Spannung aufkommen kann. Obwohl der Protagonist sehr organisiert ist und damit so gut wie jeden Fehler, den er beim Morden machen könnte, ausschließt, hätte ich mir da doch etwas Unerwartetes gewünscht. Bspw. könnte er ja bei einem Mord erwischt oder beobachtet werden oder so, da er die meisten ja auch an relativ öffentlichen Orten begeht. Dann wäre Anselm gezwungen zu handeln, und da man ja als Leser nicht will, dass seine Protas in Schwierigkeiten geraten, hätte die Geschichte an der Stelle natürlich weitaus spannender werden können. 
Naja. Hätte, wäre, wenn. 
Dazu kommt noch, dass alles einfach viel zu vorhersehbar ist. Man weiß sofort, was als nächstes passiert und selbst vom Ende ist man überhaupt nicht überrascht. Bereits am Anfang weiß man, wer "sich danach irgendwo einen Kaffee bestellen" wird, wie es im Klappentext so schön heißt.
Es kann sich also erst gar keine Spannung aufbauen, wenn man direkt weiß, wie das Buch ausgeht. Das ist ein bisschen ungeschickt gemacht. 
Allerdings war die fehlende Spannung nicht das einzige, was mir nicht so gut an dem ersten Teil der Atemlos-Reihe gefallen hat.
Auch zu den Figuren konnte ich keine richtige Nähe aufbauen, was hauptsächlich daran liegt, dass alle Charaktere einfach zu oberflächlich gehalten sind. Man bekommt zwar eine Beschreibung von allen und so weiter, allerdings geht der Autor da nicht tiefer, bspw. mit einer Hintergrundgeschichte oder so. Mir ist bewusst, dass das auf knapp 260 Seiten schwer möglich ist, aber da hätte es sich vielleicht gelohnt, ein paar Seitchen mehr zu schreiben (schon wieder "hätte").
Allerdings ist auch der Schreibstil sowohl für die fehlende Nähe als auch für die fehlende Spannung verantwortlich. Die Sätze sind sehr kurz und abgehackt, was den Lesefluss doch erheblich erschwert. Einerseits passt es zwar zu Anselm, weil er ja ein Psychopath ist, allerdings sind die Sätze in den Kapiteln, die aus der Sicht Kriegers geschrieben sind, ebenso kurz, weshalb man nicht so argumentieren könnte, dass es sich hierbei um ein Stilmittel handelt.
Diesbezüglich sind ebenfalls die hier und da verteilten Tipp- und Kommafehler etwas hinderlich, aber da kann man doch schon eher darüber hinwegsehen.
Trotz aller Kritik möchte ich natürlich auch etwas Gutes über Beim Sterben ist jeder allein sagen:
Die Idee, die dahinter steckt, hat mir super gefallen. Mit einer etwas anderen Umsetzung würde Anselm noch besser zur Geltung kommen.
Und damit wären wir dann beim zweiten Teil: Von des Todes zarter Hand.
Hier kann sich der Leser - im Gegensatz zum ersten Band - super in die Figuren hineinversetzen, die dann auch gleich sympathischer werden. Die Charaktere sind nun nämlich nicht mehr so oberflächlich und auch Gefühle werden besser transportiert.
Letzteres liegt vielleicht auch daran, dass das Buch allgemein leichter zu lesen ist. Die Sätze sind nicht mehr ganz so abgehackt, teilweise kann man die sogar schon fast lang nennen. Obwohl hier immer noch die einen oder anderen Fehler zu finden sind, ist Vietens Schreibstil hier doch flüssiger; eine deutliche Verbesserung zum ersten Teil ist erkennbar.
Aber nicht nur was die Figuren und den Schreibstil angeht, hat sich der Autor verbessert, Spannung ist nun ebenfalls vorhanden.
Zwar nicht durchgehend, was den Krimi immer noch nicht perfekt macht, aber das muss ja auch nicht unbedingt sein. Er ist ausreichend spannend, sodass der Leser sich nicht jedesmal dazu überwinden muss, weiterzulesen. Hin und wieder wird man sogar überrascht.




Tja. Beim Sterben ist jeder allein hat mir wirklich nicht gefallen, obwohl es durchaus Potenzial gehabt hätte. Dafür, dass es gut ist, fehlt es ihm jedoch gehörig an Spannung und der Plot ist mehr als nur vorhersehbar, die Figuren sind zu oberflächlich und der Schreibstil ist sehr hinderlich beim Lesen. 
Da mir die Idee jedoch sehr gut gefallen hat, bekommt Teil 1 der Atemlos-Reihe 2 / 5 Lesehasen von mir.

 

Hingegen hat mir Von des Todes zarter Hand schon viel besser gefallen. Die Charaktere kommen dem Leser einfach viel näher und der Schreibstil ist sehr viel leichter zu lesen. Was jedoch noch wichtiger ist, ist, dass die Fortsetzung der Reihe um einiges spannender als der erste Teil ist, wenn auch nicht durchgehend packend. 3,5 / 5 Lesehasen.


Trotzdem würde ich jedem, der vorhat, Von des Todes zarter Hand zu lesen, empfehlen, auch Beim Sterben ist jeder allein durchzulesen, da man dort die Figuren kennenlernt. Auch wenn es vielleicht mühsam erscheint, da dass Buch nicht allzu spannend ist, lohnt es sich doch, weil man so etwas Hintergrundwissen für den zweiten Teil erhält. Auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist, weil beide Teile relativ unabhängig voneinander sind.




http://www.amazon.de/Atemlos-Beim-Sterben-jeder-allein/dp/1482616289/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1436098045&sr=8-2&keywords=atemlos+michael+vieten
(c) Michael E. Vieten
"Mein Name ist Michael E. Vieten. Jahrgang 1962. Ich lebe und arbeite im Hunsrück mit Blick auf den Hochwald. Dort schreibe ich als freier Autor Romane und Erzählungen.
Ich liebe das Meer, philosophische Fragen und kluge Antworten. Ob SIE oder DU als Anrede ist mir nicht wichtig. Allerdings lege ich Wert auf einen höflichen und respektvollen Umgang miteinander.
Das Genre Mystery fasziniert mich. Für die großen und kleinen Dramen im Leben von Menschen kann ich mich ebenfalls begeistern. "The sixth sense", "Jenseits von Afrika". Solche Erzählungen treiben mich an.
Ein gutes Buch, ein Film im Kino, ein Abend in der Oper, ein Konzert, ein Zirkus oder irgendeine andere beeindruckende Leistung von Menschen, die mich stundenlang unterhalten und begeistert haben, lösten bei mir den Wunsch aus, ihnen etwas wiederzugeben. Deshalb schreibe ich.
Ich bin in einfachen Verhältnissen aufgewachsen und lebe weiterhin so. Ich mag einfache Menschen. Meine Sprache ist einfach. Die Menschen sollen mich verstehen. Ich will unterhalten, nicht belehren, und ich freue mich darüber, wenn ich meinen Lesern etwas mitgeben konnte für ihre eigene Reise durch die Zeit.
T.C Boyle sagte einmal, Romane seien wie Rockkonzerte. Entweder bringst du die Leute zum Tanzen oder sie feuern dir Bierdosen an den Kopf.
Meine Geschichten sind eher Balladen. Wenn ich damit niemanden zum Weinen bringe und es mir nicht gelingt, die Menschen an die Melancholie der eigenen Erlebnisse zu erinnern, dann habe ich mein Ziel nicht erreicht.
Ann Radcliffe soll zu Jane Austen gesagt haben, sie schreibe über das, was ihr eigenes Leben für sie selbst nicht bereithält.
Meine Texte sind eine Mischung aus Erlebtem, Sehnsüchten, Hoffnungen und ein wenig Fantasie.
Besuchen Sie mich auf www.mvieten.de. Dort finden Sie alle meine Projekte und Aktivitäten zusammengefasst.
Ich freue mich auf Ihren Besuch."



Vielen lieben Dank an
für die Bereitstellung dieser Rezensionsexemplare! ♥


Kennt ihr die Reihe? Habt ihr sie schon gelesen oder habt es noch vor?
Falls ihr sie schon gelesen habt: Was haltet ihr von den Büchern?
Schreibt´s einfach in die Kommentare! ;)

GLG
PS: Soll ich das mit dem Header so lassen? Was haltet ihr von den einzelnen Überschriften? Auch damit ab in die Kommentare! :D

Kommentare:

  1. Hehe, sieht gut aus, der Header! ;)
    Kein Problem, so hilft man sich gegenseitig. :)

    xo xo
    Sina

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