Sonntag, 12. April 2015

[Buchrezension] Das Herz von Libertalia - Anna Kuschnarowa

Seiten: 461
Genre: Historischer Roman
Teil einer Reihe? Nein.
ISBN: 9783407811875
Preis: € 17,95
Verlag: Beltz & Gelberg

Lieblingszitate:

[...] es fällt schwer, die Menschen nicht grundsätzlich zu hassen, wenn man sieht mit welcher Begeisterung sie andere quälen und töten und sich dabei auch noch auf Gott berufen. (S. 130)
Manchmal sind Worte die schärfsten Waffen, die wir haben. Präziser und tödlicher als so manche Klinge aus Damaszenerstahl. (S. 142)

Erster Satz:

"Euer Mahl, Majestät", sagt Finch und wirft mir einen Kanten Brot vor die Füße, und den Napf mit dem brackigen Wasser stellt er daneben. 

Inhalt:

Ein fulminanter historischer Roman – von der Sehnsucht nach grenzenloser Freiheit. Wortgewaltig, lebendig, unwiderstehlich.

Irland, um 1700: Anne Bonny kommt als uneheliches Kind zur Welt und wird von ihrem Vater als Junge aufgezogen. Die Männerkleider verschaffen ihr Vorteile, aber Anne will sie selbst sein. Als junge Frau gilt sie als die »verlockendste und herausforderndste Schöne« von ganz Charles Towne. Doch »irgendeinen dieser gelackten Affen heiraten«? Nie im Leben! Zu groß ist Annes Hunger nach Freiheit, zu stark ihr Traum vom wilden Leben im sagenhaften Piratenreich »Libertalia«. Annes Herz entflammt für den Piratenkapitän James Bonny – sie brennt mit ihm durch und geht auf wüste Kaperfahrt durch die Karibik ...

Aufmachung:

Das Buch ist im schlichten Grau gehalten und auch auf dem Cover ist außer eines Piratenschiffs und der Schrift nicht viel zu sehen. Das Schiff glänzt Gold und es gehen Linien von ihm aus, die den Blick sofort auf sich ziehen. Auch sieht es so aus, als würde das Schiff auf den Betrachter zufahren. 
Mir gefällt das Cover trotz der schlichten Aufmachung sehr. Man sieht sofort, dass es sich um Piraten handeln muss. 

Meine Meinung:

Das Herz von Libertalia ist ein richtig toller historischer Roman, bei dem man jedoch gar nicht merkt, dass viele der Figuren wirklich existiert haben. 
Man geht mit Anne auf eine rasante Reise auf der Suche nach "Libertalia" und befindet sich plötzlich in einem richtigen Piratenabenteuer.
Anne selber ist eine wirklich starke Protagonistin. Sie setzt sich in einer Welt, die von Männern regiert wird durch und lässt sich nichts sagen, obwohl sie damit in der Gesellschaft aneckt. 
Wenn ihr etwas nicht gefällt, kämpft sie und wehrt sich dagegen. Anne jammert nicht, sondern handelt, was ihr an einigen Stellen auch so manches Problem beschert. Dann steht sie allerdings auch zu ihren falschen Entscheidungen und versucht, sie wieder gut zu machen. 
Das macht sie beim Leser sehr sympathisch. Wer hat schließlich nicht gern eine starke Protagonistin, die den Mund aufmacht, wenn es nötig ist und kämpfen kann, dennoch auch ihre weichen Seiten hat?
Das große Thema dieses Buches ist die Suche nach Freiheit bzw. "Libertalia". Das setzt die Autorin so wahnsinnig gut um, dass man sich, sobald man angefangen hat, im Buch verliert und sich teilweise sogar selbst wie ein Pirat fühlt.
Das Herz von Libertalia beginnt 20 Jahre nach dem eigentlichen Beginn der Geschichte und man fragt sich: Was ist passiert? Wie kommt Anne hier hin? Wie geht es aus?
Durch Annes Erzählung ihrer eigenen Lebensgeschichte kann man sich als Leser gut in sie hineinversetzen und wird, wie schon gesagt, ins Geschehen gezogen.
Dabei kommt die Spannung nicht zu kurz; durch die vielen Fragen, die man sich zu Beginn stellt, 
fängt es bereits besonders rasant an. 
Vereinzelte kleinere Höhepunkte halten dies über das ganze Buch hin, wobei die Geschichte bis zur letzten Seite stets unvorhersehbar bleibt.
Im Anhang weist die Autorin noch darauf hin, dass, wie ich zu Anfang schon erwähnt habe, viele der Figuren wirklich existiert haben, bspw. die Protagonistin, deren Ende unbekannt ist, was ich besonders interessant finde. Auch Mary Read und Calico Jack Rackham hat es gegeben und "Libertalia" wird ebenfalls erwähnt.
Dieser Wahrheitsgehalt macht die Geschichte im Rückblick nochmals spannender.
Ich persönlich finde auch, dass Das Herz von Libertalia viele besonders schöne Textstellen hat. Am liebsten hätte ich die allesamt oben aufgeschrieben, aber ich habe (nach seeehr langer Überlegung) mal nur meine zwei Lieblingszitate ausgewählt. Allein wegen dieser Textstellen ist es das schon wert, das Buch zu lesen! :D

Fazit:

Ein supertolles Buch über ein Piratenabenteuer auf der Suche nach Freiheit, das mit einer megasympathischen Protagonistin - die es wirklich gegeben hat -, Spannung und vielen tollen Textstellen punktet.
Für jeden, der Piraten mag und gerne träumt ein absolutes Must-Read!
5/5 Lesehasen.

Über die Autorin:

Anna Kuschnarowa studierte Ägyptologie, Germanistik und Prähistorische Archäologie in Leipzig, Halle/Saale und Bremen und unterrichtete zehn Jahre an mehreren deutschen Hochschulen. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt gender-Themen. Sie arbeitet als freie Autorin und Fotografin und gründete 2011 die Seschat Fernschule für Ägyptologie. In ihrer Freizeit reist sie so weit weg wie möglich und so oft sie kann.



Vielen lieben Dank an

für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! ♥


GLG

Kommentare:

  1. Huhu,

    bisher hatte ich von diesem Buch noch nichts gehört, aber es hört sich wirklich interessant an. Noch ein Buch für die Wunschliste *seufz*

    Liebe Grüße,
    Lena

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  2. Hey!
    Oh ja, das musst du unbedingt lesen! Soooo toll! ^^

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