Samstag, 3. Januar 2015

[Buchrezension] Du musst mir vertrauen - Sophie McKenzie

Originaltitel: Trust in me
Seiten: 464
Genre: Thriller
Teil einer Reihe? Nein.
Empfohlenes Alter: -
ISBN: 978-3-453-41448-8
Preis: € 9,99
Verlag: Heyne


Erster Satz:

Es ist eine unmögliche Entscheidung.

Klappentext/Buchrückseite:

Wie gut kennst du deinen Ehemann?

Livy und ihr Mann Will führen eine solide Ehe - wäre da nicht seine Affäre vor einigen Jahren gewesen. Eines Tages wird Livys glamouröse Freundin Julia tot aufgefunden. Kurz vor ihrem Tod hatte sie eine Agentur beauftragt, die mithilfe weiblicher Agenten testet, ob ein Mann seiner Frau treu ist. Gegenstand der Recherche war Will. Hatte Julia den Verdacht, dass Will erneut untreu war? Oder war sie selbst in eine Affäre mit ihm verwickelt? Wer ist der Mann an Livys Seite wirklich?

Buchgestaltung:

Mir gefällt das Cover ganz gut. Es ist dunkel (also schwarz...) und man sieht Blut, also genau richtig für einen Thriller. ^^
Ich mag auch das Perforierte, sodass es wie ein zerknittertes Blatt Papier wirkt.
Der Titel passt wirklich WIRKLICH gut, ernsthaft. Die ganze Zeit geht es eigentlich nur um die Frage, wem Livy vertrauen kann und wem nicht. Sowohl in der Sache mit der Affäre ihres Mannes als auch was Julias Tod angeht. Besonders am Ende merkt man aber, wie gut der Titel wirklich passt.

Meine Meinung:

Also, zuerst einmal muss ich sagen, dass mir dieser Thriller richtig gut gefallen hat. 
Du musst mir vertrauen ist von vorne bis hinten megaspannend. 
Das liegt größtenteils an der Verwirrung, die die Autorin bei dem Leser stiftet. Die ganze Zeit fragt er sich gemeinsam mit Livy, wer Schuld am Tod ihrer besten Freundin ist. Allerdings fragt der Leser sich auch, ob Julias Tod nicht vielleicht doch kein Mord war und ob Livy sich das alles nur einbildet.
Die Autorin versteht es also, den Leser durch sein Misstrauen komplett in die Irre zu führen, woher dann auch der Großteil der Spannung kommt. 
Dazu kommen dann allerdings auch noch viele Wendungen, die einen noch mehr verwirren, sodass man hinterher gar nicht mehr weiß, woran man ist. 
Jedoch ändert das leider nichts daran, dass ich auch bei diesem Thriller erraten konnte, wer der Täter ist, allerdings erst relativ spät, so ca. auf Seite 350 oder so.
Daher war ich am Ende auch nicht sonderlich überrascht, als die Auflösung kam. Trotzdem hat mich die Geschichte bis zum Ende noch gepackt, da ich zwar wusste, wer der Böse ist, den Rest jedoch nicht vorhersehen konnte. 
Deshalb liegt das vermutlich nicht an der Autorin und der Geschichte sondern an mir, ich habe wohl schon zu viele Krimis gelesen/geschaut, logisch, dass man dann irgendwann nicht mehr überrascht wird... :D
Trotz des tollen Plots und der sehr hohen Spannung habe ich allerdings auch etwas zu meckern:
Livys Tochter Hannah wirkte auf mich sehr klischeehaft und aufgesetzt und daher gar nicht authentisch. Sie ist 12 Jahre alt und damit gerade in der Pubertät, jedoch sind ihre Reaktionen auf das Verhalten ihrer Eltern meiner Meinung nach sehr übertrieben. Ich habe eine kleine Schwester in dem Alter und auch wenn sie manchmal etwas eigenwillig handelt, ist sie nicht so extrem schnell eingeschnappt und rastet direkt aus, wenn man ihr etwas - in vernünftigem Ton - sagt. Ich bin ja auch nur fast vier Jahre älter und finde das Verhalten von Hannah total unrealistisch. 
Dazu kommt auch noch, dass ich Livy anfangs gar nicht ausstehen konnte. Sie hat überhaupt kein Rückgrat, wenn es um ihre Privatangelegenheiten geht und versucht nicht einmal, ihren Standpunkt klar zu machen. Auch wenn es um Streitigkeiten mit Will geht, schiebt sie die lieber beiseite und ärgert sich im Stillen darüber, als ihrem Ärger mal Luft zu machen und ihm ordentlich die Meinung zu geigen.
Auch gegenüber Hannah sagt Livy zwar, dass sie sie verstehen will, verhält sich in Streitsituationen mit ihr jedoch selber wie ein Kind und schreit sie an, anstatt etwas Verständnis zu zeigen und Ruhe zu bewahren. Da muss sie sich ja nicht wundern, wenn Hannah von ihr nichts mehr wissen will...
Wenn es jedoch um die Ermittlungsarbeiten bezüglich Julias Tod geht, zeigt Livy auf einmal, dass sie doch stark und klug sein kann. Im Laufe der Handlung entwickelt sie sich auch und ihr scheint ein Licht aufzugehen, wie sie mit Will und seiner Affäre und mit ihren Kindern umgehen sollte, um dem Konflikt mal endlich entgegenzutreten, anstatt ihn nur unter den Teppich zu kehren.
Livy wird also erträglicher.
Damian hingegen mag ich da schon etwas mehr. Er ist nicht dumm und weiß, was er will, zudem scheint er Julia auch wirklich geliebt zu haben. Wegen seiner kriminellen Vergangenheit und der ansonsten spärlichen Informationen über ihn weiß der Leser - genau wie Livy - jedoch nicht so richtig, ob er ihm trauen kann, womit wir dann wieder bei der Spannung wären.
Wie gesagt, hat mir der Thriller - trotz Livy und Hannah - ganz gut gefallen, was nicht nur an der enormen Spannung - ich kann es nicht genug betonen -, sondern auch daran liegt, dass neben den Ermittlungen zu Julias Tod Livys Eheprobleme eine weitere Handlung darstellen, und dem Leser so niemals langweilig wird.

Fazit:

Ein wirklich spannender Thriller, der mir, obwohl ich Livy anfangs nicht mochte und Hannah sehr unrealistisch dargestellt ist, sehr gut gefallen hat.
Ich empfehle Du musst mir vertrauen jedem Thriller-Fan weiter, und auch die etwas zarteren Leser unter uns können das Buch lesen, da es hier nicht allzu blutig vorgeht. ;)
4/5 Lesehasen.


Über die Autorin:

Sophie McKenzie hat bereits mehr als fünfzehn Romane geschrieben, darunter die preisgekrönten Teenage-Thriller Girl, Missing, Sister, Missing und Missing Me. Sie erhielt zahlreiche Preise und stand zwei mal auf der Longlist für die Carnegie Medal. Sophie McKenzie lebt in London.
sophiemckenziebooks.com
Quelle Vita & Bild: http://www.randomhouse.de/Autor/Sophie_McKenzie/p506914.rhd

(c) Jonathan Ring

Vielen Dank an

für die Bereitstellung dieses Rezensionexemplars! ♥


GLG ;***

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