Samstag, 27. September 2014

[Buchrezension] ÖDLAND zweites Buch Das Versteck im Moor - Christoph Zachariae

Achtung, Spoilergefahr!!!
Dies ist schon der zweite Teil der vierteiligen ÖDLAND-Reihe!!!

Seiten: 318 (Printversion)
Genre: Endzeit-Thriller
Teil einer Reihe? Ja, Teil 2 der vierteiligen ÖDLAND-Reihe
Empfohlenes Alter: ab 14 ?
ASIN: B00HDP6QT4
Preis: € 4,99

Erster Satz:

Gebeugt von Alter und Konzentration ging Prof. Walden im Überwachungsraum routiniert die Frequenzen des robusten Funkempfängers durch.

Lieblingszitate:

Sie konnte verstehen, warum die sogenannte Zivilisation untergegangen war. Ihre Verschwendungssucht spottete jeder Beschreibung. (Pos. 2803)
 Der Tropfen ist auch nicht traurig, wenn er im Boden versinkt. (Pos. 2807)

Inhalt:

Der beherzte Auftritt des Eremiten rettet Mega vor der Gefangennahme durch die Wegelagerer. Doch wer ist dieser Mann ohne Gesicht? Wird er Mega helfen, oder ist er die größere Bedrohung? Was Mega zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt: Die schwersten Prüfungen des Ödlands stehen ihr noch bevor.

Im Lager der Söldner gärt es. Selbst Hagens engste Gefolgsleute wissen nicht mehr, welches Ziel ihr Anführer verfolgt. Der Trupp ist gezwungen mitten im Winter das Moor zu verlassen und Großmaul Rico arbeitet verbissen daran eine Meuterei anzuzetteln. Wird Hagen die Rebellion verhindern und das Ruder in der Hand behalten?

Buchgestaltung:

Der Mann auf dem Cover stellt vermutlich Nathan dar - so ähnlich habe ich ihn mir jedenfalls vorgestellt -, was meiner Meinung nach auch gut gewählt ist, da er eine wesentliche Rolle in Megas Geschichte spielt.
Im Hintergrund ist ein Moor zu sehen, und - auch wenn das Moor relativ wenig mit Nathan zu tun hat -, verbringt Mega dort ebenfalls etwas Zeit; passt also auch zum Inhalt.
Die Atmosphäre ist die gleiche wie auf dem Cover vom ersten Teil, die Weite und Leere des Moors hat auch etwas Hoffnungsloses an sich.
Auch dieser Titel ist nicht sonderlich einfallsreich, passt aber trotzdem zum Inhalt. Nicht nur, weil Mega sich dort einige Zeit aufhält, sondern weil das, was da passiert, auch nicht unwesentlich zur Geschichte beiträgt.

Meine Meinung:

Nachdem ich das Buch auf meinen Kindle geladen habe, habe ich sofort angefangen zu lesen, da der erste Teil ja ziemlich viele Fragen offen und mich mit einem wirklich gemeinen Cliffhanger zurück gelassen hat. 
Dementsprechende Erwartungen hatte ich natürlich an das Buch, und ich wurde auch nicht enttäuscht!
Mega bewegt sich mitten durch das Ödland und der Leser hat ständig Angst um sie, da man, vor Allem durch Hagen und seine Leute, weiß, wie gefährlich es dort ist.
Folglich ist die Spannung ständig sehr weit oben und an einigen Stellen konnte ich mich gar nicht mehr von dem Buch losreißen, so packend war es. 
Dennoch ist der zweite Teil, was die Spannung betrifft, ein wenig schwächer als der Erste, da hier auch manche Situationen sind, in der nicht soooo viel passiert. Das heißt jetzt aber trotzdem nicht, dass das Buch dann langweilig war, im Gegenteil. Es wurden einige Fragen aus dem ersten Teil geklärt und dabei auch direkt wieder Neue aufgeworfen. So weiß man zum Beispiel immer noch nicht, was genau es jetzt mit Megas Vergangenheit auf sich hat und auch Hagens Verbindung zu ihr wirft nur Fragezeichen auf. Wenn Mega also nicht unmittelbar in Gefahr ist, wird die Spannung dennoch relativ hoch gehalten, da der Autor über das Buch hinweg immer nur kleine Brotkrumen ausgelegt hat, die das Rätsel lösen; die Neugier hält einen dann natürlich ans Buch. Wobei auch in diesem Teil, wie schon erwähnt, genug Fragen offen bleiben, um das Warten auf den dritten Teil zu erschweren.
Der Schreibstil Zachariaes ist auch hier wieder vorbildlich: Leicht zu verstehen durch kurze Sätze und einfache Sprache.
Außerdem verrät er nie zu viel, sodass es schwierig bis unmöglich wird, vorauszusagen, was als Nächstes passiert. Falls man dann doch mal glaubt, man wüsste jetzt, was kommt, geschieht etwas völlig Unerwartetes.
Das hält die Spannung auch oben.
Was die Protagonisten angeht, so ist Mega dem Leser immer noch sympathisch, da sie sowohl mutig als auch klug ist und dabei trotzdem noch menschlich handelt, sodass man sich gut in sie hineinversetzen kann. 
Hagen dagegen wird immer undurchsichtiger. Ganz zu Anfang des ersten Teils hatte man vielleicht noch ein bisschen Respekt vor ihm, dann aber konnte man als Leser seine Handlungen nicht mehr so richtig einordnen und das ist auch im ganzen zweiten Teil so. Was man allerdings weiß, ist, dass er ganz schön schlau und durchtrieben ist.
In der Rezension zum Auftakt dieser Reihe habe ich auch die starke Detailgenauigkeit, mit der der Autor schreibt, gelobt, und die ist auch hier wieder vorhanden, sogar noch mehr. Der Autor verblümt den Kannibalismus, der bei Nahrungsmangel zwangsläufig auftritt (schon mal von den Sportlern, die irgendwo - ich glaube, es waren die Anden - abgestürzt sind und dann, nach mehreren Tagen, gezwungen waren, ihre toten Kameraden zu essen, weil sie nichts anderes hatten?) nämlich überhaupt nicht. Das ist nichts für schwache Nerven, mir war beim Lesen teilweise auch nicht mehr ganz wohl...
Dennoch passt dieser Umstand sehr gut in das "Ödland", dort herrscht ja logischerweise auch die harte Realität. Anders dürfte es also gar nicht sein. ;)
Das Ende ist wieder sehr überraschend und auch der zweite Teil hat einen hübschen kleinen und gemeinen Cliffhanger.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung der ÖDLAND-Reihe, die zwar nicht ganz soooo gut wie der Auftakt ist, aber dennoch die volle Punktzahl wert ist!
Wegen der vielen Details ist das Buch vielleicht nicht unbedingt was für besonders zart besaitete Menschen, aber es ist es trotz Allem auf jeden Fall wert, diese Stellen "auszuhalten".
Der Hauptgrund, warum dieses Buch so packt, ist vielleicht, dass die Geschichte dahinter gar nicht mal so abwegig ist.. ;)
Ich kann den dritten Teil kaum noch abwarten! :D
5/5 Lesehasen.


Weitere Teile:

1.: ÖDLAND erstes Buch Der Keller *Rezi*
3.: ÖDLAND drittes Buch Die Fabrik am Fluss (Release unbekannt)
4.: ÖDLAND viertes Buch Viktoriastadt (Release unbekannt)

Über den Autor:

Christoph Zachariae wird 1972 als Sohn eines Flugzeugingenieurs und einer Lehrerin in Bremen geboren. Vom Vater übernimmt er die Begeisterung für Technik und Raumfahrt, von der Mutter die für Kunst und Museen.
Im Alter von 12 Jahren schreibt er die erste Kurzgeschichte. Ab 1993 studiert er Filmwissenschaften und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und realisiert Fotoausstellungen. Aus eigenen Drehbüchern entstehen Kurzfilme, die auf zahlreichen Festivals laufen. 1996 wechselt er an die Filmakademie Ludwigsburg und schließt ein Regiestudium ab.
Seine Leidenschaft gehört der Phantastik und der dunklen Seite der menschlichen Seele.
Seit 2002 lebt und arbeitet er in Berlin. Hier entstehen u.a. die Hörbücher für die mehrfach preisgekrönte Thriller-Serie DARKSIDE PARK. Neben Drehbüchern für Kinofilme schreibt Christoph Zachariae für deutsche TV-Serien und produziert eigene Kurzfilme.
Christoph Zachariae arbeitet am dritten und vierten Band der ÖDLAND-Reihe. 'ÖDLAND Drittes Buch Die Fabrik am Fluss' und 'ÖDLAND Viertes Buch Viktoriastadt' erscheinen in den kommenden Jahren.

Vielen Dank an

Christoph Zachariae

für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! ♥


GLG ;***

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